Tagestour zur Mairalm in Südtirol

Tagestour zur Mairalm in Südtirol

  • Südtirol, am Meraner Höhenweg, Naturpark Texelgruppe
  • Höchster Punkt: Mairalm (2.095 m)
  • Parken: Naturns, Seilbahn Unterstell bis Bergstation
  • Länge: 15,2 km
  • Höhenmeter hoch: 1.185
  • Höhenmeter runter: 1.185
  • Dauer: 6h
Hund in den Bergen
Bester Wanderpartner: Lotte hoch hinaus

Wandern mit Hund ist etwas ganz besonderes. Aber am besten ist das Wandern mit unserem Hund! Mit Lotte. Unser kleiner Münsterländer ist rassebedingt ein sehr lauffreudiger Wandergeselle. Das heißt, wenn man selbst nicht mehr kann, die Muskeln brennen, die Knie schmerzen und man bereits seit einer halbe Stunde zur Schnappatmung übergegangen ist, schaut sie etwa 100 Höhenmeter über einem vom Felsvorsprung mitleidig herab, so als wollte sie sagen, man solle sich doch nicht so anstellen. Einen besseren Motivationsfaktor und Grund, warum man das Wandern verflucht, zugleich gibt es nicht!

Aber… !

Es gibt auch viele peinliche Situationen in die man so nichtsahnend als Dosenöffner hineinrutscht. Hundebesitzer kennen die Situationen, wenn der vierbeinige Geselle seine Hinterlassenschaft direkt vor einem spießigen Garten verrichtet und man dann peinlich berührt und beschwichtigend (weil der Gartenbesitzer schon durchs Fenster lugt) mit einer Hundetüte herumwedelt. Auch schön: Die Fellnase hat während des Spaziergangs zu viel Gras gefressen und übergibt sich mitten im Restaurant – ein Traum! Beim Wandern freilich spielen diese Situationen selten eine Rolle. Dafür passieren andere peinliche Dinge. So geschehen bei einer Wanderung zurHund spielt im Schnee Mairalm in Südtirol.

Es ist Oktober und auch auf dem Meraner Höhenweg wird es schon ein bisschen ruhiger. Wir haben uns eine hundefreundliche Ferienwohnung gemietet und machen Tageswandertouren in Südtirol. Heute fahren wir zunächst mit der Seilbahn Unterstell (1.282 m) von Naturns direkt auf den Meraner Höhenweg. Unsere etwa sechsstündige Tour führt uns zunächst entlang des Höhenweges (komplett gehen wir ihn im Sommer 2018!) bis wir in Richtung Dickeralm abbiegen. Da die Mairalm an diesem Tag geschlossen hat, kehren wir auf den Dickerhof (1.709 m) auf ein Getränk ein.

Dann geht es Höhenmeter für Höhenmeter weiter hinauf. Es hat bereits geschneit und die Landschaft ist in ein schönes Weiß gehüllt. Da Lotte vom Wandern noch nicht müde ist, müssen wir sie – während wir zwischendurch den ein oder anderen Höhenmeter mühsam schaffen – mit Schneebällen besänftigen. Wenn wir keine Schneebälle werfen, nimmt Lotte wälzend ein ausgiebiges Bad im Schnee. Sehr süß – glauben wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch.

Der Weg hoch zur Maria-Alm ist traumhaft. Immer wieder werden wir mit fantastischen Ausblicken auf das Schnalstal und Naturns belohnt. Der Aufstieg ist anstrengend, aber der Weg wirklich schön. Es geht durch schon verlassene Almwiesen und an der Dicker Alm (2.060) vorbei. Nach weiteren zehn Minuten haben wir die Mairalm (2.095 m) erreicht. Von hier aus hat man einen wirklich tollen Blick über die Südtiroler Bergwelt. Die urige Alm inmitten der Texelgruppe ist aber leider nicht bewirtschaftet, das wäre jetzt ein Traum: ein kühles Alster und eine Brotzeit! Jedoch umgibt uns, als wir die Sonne ohne Verpflegung auf der Hütte genießen, so ein dezenter Geruch nach Gülle und Kuhdung. Hier scheint jemand seine Almwiesen gedüngt zu haben. Aber eigentlich unterstreicht es den urigen Charakter der Hütte.

Einer von uns schnuppert irgendwann – als der Gülle-Geruch stärker wird, je näher der Hund kommt – an Lotte. Sie sieht nicht nur farblich aus wie eine Kuh, sondern riecht auch so! Lotte setzt ihren zweitbesten unschuldigen Dackelblick auf. Das Wälzen im Schnee! Unter dem schönen Weiß lag wohl eine gute Portion Gülle. Stinken kann man das schon gar nicht mehr nennen. Wir meckern. Lotte setzt ihren allerbesten Dackelblick auf. Wir streicheln ihr über den Kopf und hoffen, dass der Geruch im Laufe des Abstiegs vergeht.

Hund kleiner Münsterländer
Das ist der zweitbeste Dackelblick – wenn ihr den allerbesten seht, fallt ihr um 🙂

Der Abstieg geht über die verlassenen Hühnerspielhöfe wieder zurück in Richtung Meraner Höhenweg. Hier und da versuchen wir Lotte zum Baden in einem Wasserbett, das einer der vielen Wasserfälle hinterlässt, zu animieren. Ohne Erfolg. Aber wir genießen den Weg dennoch. Das satte Grün der Lärchen, der strahlend blaue Himmel und die viele kleinen Wasserfälle machen diese Tour zu einem echten Erlebnis.

Wasserfall in Südtirol
Die Wanderung in Südtirol bietet viele Wasserstellen

Die Freude vergeht uns, als uns bewusst wird, dass wir mit der geschlossenen (!) Gondel und dem stinkenden Hund ja auch wieder nach unten fahren müssen. Wir beißen die Zähne zusammen und steigen in die Gondel. Da es bereits später Nachmittag ist, sind wir wahrlich nicht die einzigen, die noch bergab fahren wollen. Die Gondel ist so richtig schön voll, als wir losfahren. Es dauert keine Minute, da öffnet jemand das Fenster. Es ist wirklich nicht zu beschreiben, wie sich die Luft innerhalb von Sekunden in einer so engen Kabine mit etwa 25 Personen und einem stinkenden Hund verschlechtert. Nach einer weiteren Minute und unzähligen komischen Blicken in unsere Richtung beginnen wir zu erklären, warum der Hund so furchtbar riecht. Aber wir reden uns um Kopf und Kragen, denn auch bei den anderen Passagieren funktioniert der allerbeste Dackelblick von Lotte fantastisch! Die Leute lächeln verständnisvoll und sind wahrscheinlich dennoch froh, als die Fahrt zu Ende ist.

Zurück in unserer Ferienwohnung brauchen wir nahezu unser gesamtes Duschgel auf und unterziehen Lotte einer Generalreinigung. Es hilft nur bedingt. Aber: Wir lieben unseren Hund!

GPS-Track Mairalm in Südtirol


GPX Wanderung zur Mairalm
(Download: rechte Maustaste, Datei speichern unter)

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