Etappe 1: Galilea – Estellencs

Etappe 1: Galilea – Estellencs

    • Ausgangspunkt: Galilea
    • Endpunkt: Estellencs
    • Strecke: 13,5 km
    • Aufstieg: 750 m
    • Abstieg: 1.000 m
    • Dauer: 5:30h

 

Einstieg in den GR 221 – auf den höchsten Gipfel im Süden Mallorcas

Aufgrund der etwas schwierigen Übernachtungssituation auf den ersten beiden Etappen des Fernwanderweges GR 221 auf Mallorca entscheiden wir uns für eine Einstiegsetappe, die uns nach Estellencs auf den Fernwanderweg führt. Damit gleich die erste Tour auch wirklich ein Highlight wird, starten wir die Tour von Galilea über den Gipfel des Galazós, dem höchsten Punkt der Baleareninsel im Süden, bis nach Estellencs. Es ist eine anspruchsvolle Etappe für den Einstieg – hinsichtlich Orientierung, Kondition und Trittsicherheit. Vor allem, wenn man die Nacht vorher definitiv eine Mütze zu wenig an Schlaf abbekommen hat.

Wir landen nämlich am Vortag in der Nacht in Palma. Die Hauptstadt präsentiert sich uns von ihrer hässlichen Seite. Das Hotel liegt in der Nähe vom Busbahnhof dem Estació Intermodal. Auf dem Weg zu unserer Bleibe weiche ich mindestens drei Mal dem Abendessen eines Betrunken aus… . Das Hotel geht zunächst in Ordnung, wenn da nicht unser Zimmernachbar etwa gegen halb sechs eine Professionelle mit ins Zimmer gebracht hätte. Die Nacht ist schlagartig vorbei, denn die Dame beherrscht das Gejauchze besser als jeder Plattenspieler. Immer wenn ich glaube, dass gegen die Wand schlagende Bett markiert das Finale, geht das Gestöhne von vorne los. Da muss wohl ein Riss in der Platte sein. Gegen halb sieben hat unser Zimmernachbar es geschafft. Hecktisch umherlaufende Stöckelschuhe markieren das Ende des teuer bezahlten Vergnügens. Um sieben klingelt der Wecker…. .

Puig Galazoó vor blauem Himmel auf Mallorca
Das echte Highlicht wartet oben auf 1.027 Meter, auf dem Galazó, dem Matterhorn von Mallorca

Der Weg zum Galazó

Nein, das war natürlich nicht der angekündigte Gipfel! Ab jetzt gibt’s echte Höhepunkte – kostenlos! Der Weg dahin ist mit Fallstricken versehen. Wir erfahren am eigenen Leib, was alle Reiseführer ankündigen und was man gern überliest. Ganz Mallorca befindet sich mehr oder weniger in privater Hand. Wir stehen mindestens vier Mal vor einem Zaun, obwohl die Wanderkarten uns etwas anderes vorgegaukelt haben. Entweder ist es einfach ein Zaun, der uns am Weiterwandern hindert oder ein drei Meter hohes Drehkreuz mit Einbahnstraße. Verzweifelt ignorieren wir irgendwann die “Achtung Hochwild”-Schilder, die zur bildhaften Untermalung ein Maschinengewehr zeigen, und wandern schließlich durch Privatgrund. Mitten in die Arme des Besitzers. Wir versuchen den Dackelblick unseres Hundes zu imitieren und werden freundlich begrüßt. Noch kein Aufstieg und schon schweißgebadet 😉 Wir werden freundlich ans andere Ende des Privatgrundes geleitet – endlich auf dem richtigen Weg hinauf zum Galazó.

Blick vom Galazo bis nach Palma auf 1.027 Höhenmetern
Vom Galazó hat man einen tollen Blick bis Palma – auch mit Wolken

Auf zum mallorquinischen Matterhorn

Der Aufstieg ist schweißtreibend, aber wir sind voller Elan – schließlich haben wir uns schon seit Wochen auf diesen Urlaub gefreut. Hin und wieder braucht man auf den letzten Metern auch mal die Hände, um das mallorquinische Matterhorn zu bezwingen. Ein wenig Schwindelfreiheit und Trittsicherheit schadet auf diesem Stück nicht! Die 1.027 Meter oben angekommen werden wir mit einer fabelhaften Aussicht belohnt. An der Messsäule, es gibt keine Gipfelkreuze, machen wir eine Pause. Es ist etwas zu kalt für diese Jahreszeit auf Mallorca, aber die Mühe des Aufstiegs hat sich dennoch gelohnt. Wir blicken bis zur Hauptstadt Palma.

An der Messsäule des Puig Galazós
Das Gipfelkreuz kann man ganz leicht mit ausgestreckten Armen imitieren

Der Abstieg geht einfacher als erwartet, auch wenn es kontinuierlich etwa eine Stunde steil bergab bis zum Pas de na Sabatera geht. Ein kurzes Umknicken meines Fußes bleibt freundlicherweise eine Verwarnung, wäre ja auch zu schade, wenn die Reise schon wieder zu Ende wäre und ich womöglich wieder zurück in dieses Hotel in Palma müsste. Nach einer kleinen Rast unter einer überhängenden Felswand gehen wir den Weg rechts Richtung Font de Dalt. Schnell gelangen wir in einen Steineichenwald. Was uns zu diesem Zeitpunkt noch fasziniert, wird mit jedem Kilometer des GR 221 immer vertrauter. Steineichenwälder scheint es in der Serra de Tramuntana unzählige zu geben. Irgendwann schließen wir die knorrigen Eichen ins Herz.

Steineichenwälder auf dem weg nach Estellencs
Steineichenwälder begleiten uns von der ersten bis zur letzten Etappe auf dem GR 221

Stetig geht es weiter Richtung Estellencs und dem Meer entgegen. Hin und wieder erhaschen wir durch die Eichen einen tollen Blick auf Estellencs. Kurz bevor wir unser Ziel erreicht haben, treffen wir zum ersten Mal auf einen Wegweiser des GR 221. Die letzten 25 Minuten folgen wir dem Fernwanderweg auf einer Asphaltstraße nach Estellencs. Nachdem alle acht Etappen gewandert sind und wir viele dieser als “malerische Bergdörfer” angepriesenen Ortschaften gesehen haben, stelle ich fest, Estellencs ist mir das Sympathischste. Nur wenig Tourismus und irgendwie nicht so zwanghaft für die fremden Besucher hergerichtet. Es hat sich etwas Ursprüngliches bewahrt – keine leichte Aufgabe auf Mallorca und deshalb umso erwähnenswerter.

Estellencs liegt traumhaft im Hang
Blick auf das Bergdorf Estellencs

Das war unsere Tour nach Estellencs

GPS-Track Galilea nach Estellencs

Download: Etappe 1 von Galilea nach Estellencs


Übernachtung in Estellencs

Wir übernachten in Estellencs im Hotel Maristel & Spa und sind sehr zufrieden damit. Wenn man sich einmal an die Preise auf Mallorca gewöhnt hat, kann man das Hotel mit dem Aushängeschild mittlere Preiskategorie versehen. Wir essen an diesem Abend in der Tapas-Bar Sa Tanca, Dort gefällt es uns sehr gut! Tolle, rustikale Atmosphäre, leckeres Essen uns ein freundliches Personal. Empfehlenswert!

Hier geht’s zur Website des Hotels Maristel & Spa

 

Zur zweiten Etappe

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