Etappe 4: Valldemossa – Deia

Etappe 4: Valldemossa – Deia

  • Ausgangspunkt: Valldemossa
  • Endpunkt: Deia
  • Strecke: 13,5 km
  • Aufstieg: 620 m
  • Abstieg: 846 m
  • Dauer: 5:00h

 

Traumpfad auf den Wegen des Erzherzogs

Herrlich! Der GR 221 nimmt so langsam Fahrt auf. Rückblickend würde ich dieses Teilstück von Valldemossa nach Deia des mallorquinischen Fernwanderwegs immer wieder gehen – auch wenn es zum Genießen idyllischer Stille etwas zu belebt auf diesem Teilabschnitt ist. Aber dieser Pfad hat ansonsten alles, was das Wanderherz begehrt: Einen schweißtreibenden Anstieg auf gerölligen Pfaden, wirklich atemberaubende Weitsichten und ein hübsches Etappenziel. Nur das Wetter will nicht so recht mitspielen. Es ist definitiv zu kalt auf Mallorca, so dass wir immer gezwungen sind weiterzugehen, obwohl wir viel lieber die Aussicht in uns aufnehmen würden. Aber es ist trocken und es schneit nicht – zwei Attribute die wir uns bald sehnlichst wünschen werden.

Serra de Tramuntana auf Mallorca
Hin und wieder erhaschen wir durch die Steineichen einen tollen Blick

Zunächst geht es durch einen Steineichenwald stetig nach oben. Der Weg zieht sich etwas und verlangt nach etwa einer Stunde die erste kurze Pause. Ein Picknickplatz unterhalb der geschlossenen Schutzhütte Refugi de Son Moragues wartet mit natürlichen Überraschungen auf. Die Buchfinken und Kohlmeisen scheinen an Wanderer gewöhnt zu sein und beobachten gierig jeden Happen Brot der in unseren Mund wandert. Natürlich nicht lange, denn wir teilen gern!

Buchfinka auf Mallorca bei deiner Wander-Pause
Wer piept denn da? Freche Buchfinken verlangen nach Brotkrumen

Wohin man auf dem Weg nach Deia auch blickt: Aussicht!

Ab jetzt geht den bis hierhin noch recht wenig frequentierten Weg weiter auf dem Reitweg des Erzherzogs. Der Steineichenwald lichtet sich rasch und nach nur wenigen Minuten haben wir bereits die Hochebene Pla de Aritges erreicht, die in der kommenden Stunde passiert werden will. Wahrscheinlich braucht man keine Stunde, um dort entlang zu gehen. Aber selbst bei kaltem Wetter wäre es eine Schande hier durchzuhetzen. Wir besteigen zunächst den Puig Gros auf 938 Meter später den Caragoli mit 945 Metern. Da beide und ihr dazwischenliegender Bergkamm so exponiert liegen, bietet der ganze Weg wirklich fantastische Aussicht!

Wandern auf Mallorca mit Aussicht
360-Grad-Aussicht, zwar bei Sonnenschein, aber die Temperaturen sind knapp über Null

Hinunter nach Deia, hoch zum schneebedeckten Puig Major und zum Puig Massanella, zurück Richtung Valldemossa – ich kann mich gar nicht daran satt sehen. Blickt man nach links kann man bis nach Palma blicken und ein bisschen weiter schauen wir hinab aufs Meer zur Halbinsel Sa Foradada mit dem Felsenfenster.

Halbinsel Sa Foradada mit dem Felsenfenster auf Mallorca
Unser Pausenplatz mit Blick zur Halbinsel Sa Foradada mit dem Felsenfenster

Nach einer viel zu kurzen Pause – aber es ist wirklich so kalt, dass wir weitermüssen – steigen wir schließlich von dem Hochplateau hinab. Aber nicht ohne noch einmal einen Blick nach oben zu werfen. Mönchsgeier ziehen über uns ihre Kreise. Für uns als Naturliebhaber ein echtes Erlebnis. Dieses Teilstück ist wirklich stark bewandert und es ist doch erstaunlich, wie wenige dieses Spektakel überhaupt mitbekommen.

Mönchsgeier auf Mallorca im Flug
Manchmal sollte man beim Wandern auch nach oben schauen – hier kreisen Mönchsgeier!

Beim Abstieg nach Deia gibt’s knorrige Oliven!

Wir biegen rechts hinab auf den Pfad nach Deia und ab hier wird es wieder etwas ruhiger. Aber ein besonderes Wanderpaar treffen wir schon. Lustigerweise hatte ich auf Facebook in einer Gruppe geschrieben, dass wir den GR 221 laufen. Ein Gleichgesinnter antwortete mir, dass er den GR 221 zur gleichen Zeit ginge, nur in entgegengesetzter Richtung. Und wirklich! Auf der Etappe nach Deiá haben wir uns getroffen und erkannt. Nach ein paar Worten und der gegenseitigen Freude, uns wirklich getroffen zu haben, ging es weiter. Was für eine coole Geschichte!

Olivenbäume auf dem Weg nach Deia
Alte, verwilderte Olivebäume mit komischen Formen markieren unser letztes Teilstück

Der Abstieg stellt uns nicht vor besondere Herausforderungen, auch wenn der Weg bei Nässe wohl rutschig sein soll. Das letzte Stück ging es durch Steineichenwald uns später durch alte, verwilderte Olivenhaine. Die knorrigen Baumopas machen wirklich was her! Hin und wieder erhaschen wir einen tollen Blick auf das Künstlerdorf Deia, das heute unser Etappenziel ist.


Das war unsere Tour nach Deia

Download: Etappe 4 von Valldemossa nach Deia


Übernachtung in Deiá

Wie in Valldenmossa ist es auch in Deia ziemlich teuer. Es ist wirklich ein hübsches Örtchen, aber mir erschließt sich der Trubel, der um die Ortschaft gemacht wird nicht. Auch in anderen Urlauben habe ich schöne Orte gesehen, die mindestens gleichschön waren. Nur musste ich dort meinen Kaffee, mein Essen oder mein Zimmer nicht so teuer bezahlen. Aber wir sind in Mallorca und haben es vorher gewusst. Ich glaube wir können sogar dankbar sein, überhaupt ein Zimmer in Deia bekommen zu haben. Es ist eigentlich völlig zweckmäßig, aber eben für 125€ die Nacht ziemlich einfach. Wie eigentlich überall ist aber das Frühstück wirklich fantastisch.

Hier geht’s zum Hotel Des Puig

 

Zur fünften Etappe

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