Etappe 5: Artenara – Juncalillo

Etappe 5: Artenara – Juncalillo

  • Ausgangspunkt: Artenara
  • Endpunkt: Juncalillo
  • Strecke: 12,5 km
  • Aufstieg: 613 m
  • Abstieg: 936 m
  • Dauer: 5:00 h


Eine Wanderung ins ursprüngliche Gran Canaria

Als ich morgens in Artenara aufwache, liegt das Tal im Hochnebel und er schlägt sich als Nieselregen nieder. Ich warte zunächst bis fast zehn Uhr, aber als das Wetter nicht besser wird, breche ich schließlich auf. Zunächst schlage ich meinen Weg Richtung Agaete (Ziel der 6. Etappe) und dem Tamadaba-Wald ein. Vor mir liegt eine beeindruckende Tour zum ursprünglichen Leben auf Gran Canaria. Richtigerweise beginnt sie im Tamadaba-Wald, zumindest dann, wenn man dem Quell des Lebens, dem Weg des Wassers folgen will.

Da mein Weg im Nebel liegt, kann ich nur erahnen, dass er mir wohl ähnlich fanatische Bilder über das Caldera de Tejeda geboten hätte wie am Tag zuvor. Zunächst wandere ich durch die kleine Ortschaft Los Cofitos, bis nach einer Viertelstunde der Wanderweg am Roque Garcia (1.253m) beginnt. Es geht zunächst Höhe-haltend auf dem Bergkamm voran, später bergab. Durch den Nebel kann ich schließlich tief unten einen Blick auf den Stausee Presa de las Hoyas erhaschen. Kurz danach erreiche ich den Wegpunkt Cruz de Acusa (1.099m). Schon zehn Minuten später ist der nächste Wegpunkt erreicht: Degollada de Las Palomas (1.091m).

Hier gibt es zwei Varianten für die Tour, die beide durch den Tamadaba führen und in Las Hoyas enden. Ich entscheide mich für den Weg westlich von der Straße, da ich mir dort (leider vergeblich) besseres Wetter erhoffe. Er dauert etwa zwanzig Minuten länger, als die östliche Variante. Nach weiteren zehn Minuten und einigen wenigen Höhenmetern mehr, markiert Degollada del Sargento (1.147m) das Erreichen des Naturparks Tamadaba.

Flechten wehen an den Kiefern
Die langfaserigen Flechten an den Kiefern im Naturpark Tamadaba wirken wie aus einer anderen Welt

Der Kiefernwald ist eines der unberührtesten Gebiete Gran Canarias und Teil des UNESCO Biosphärenreservats. Die kanarischen Kiefern mit den extrem langen Nadeln sind äußerst trockenresistent und überstehen sogar Waldbrände. Nördlich der Wettergrenze gelegen, regnet es hier im Winter viel und der Wald ist ein natürlicher Wasserspeicher. Nachdem ich bei meiner Runde die langfaserigen Flechten an den Kiefern, die dem Wald etwas Märchenhaftes geben, bewundert habe, steige ich nach Las Hoyas in Richtung Stausee ab. Damit wird auch klar, wo das Wasser aus dem Tamabada landet. Die Stauseen dienen der Bewässerung der Terrassenplantagen, die weiter im trockenen Landesinneren liegen.

Ab dem Stausee Las Hoyas bis zu meinem Ziel Juncalillo wird klar, diese Ortschaften sind keine Gewinner des kanarischen Tourismus. Hier lebt man urtümlich, versorgt sich selbst – auch mit Wasser aus den Stauseen. Etwa gegen 13:00 habe ich Las Hoyas und Lugarenos (926m) passiert und endlich lockert das Wetter auf. Die Landschaft ist kurz geprägt von kleinen Flüsschen, die alle in Richtung Stauseen fließen. Der Weg in Richtung Juncalillo ist nicht ausgeschildert aber lediglich kurz hinter Lugarenos schwer zu finden. Hier muss ich einen kleinen Bach queren und durch eine freundliche Ziegenherde kurz hinauf auf eine unbefahrene Asphaltstraße (La Degolland 1.003m) steigen.

Ziegen auf dem Weg nach Juncalillo
Auf dem Weg nach Juncalillo trifft man auf den Terrassen auch tierische Bewohner

Ab hier ist der Weg nach Juncalillo nicht mehr schwer zu finden, auf Asphalt geht es erst auf der einen Schluchtseite entlang und nach der Kehre auf der anderen. Der Weg ist leicht, aber keineswegs langweilig. Alte Terrassenplantagen und Höhlenhäuser liegen auseinander gezogen in der Schlucht. Teils sind sie bewohnt, teils verkommen. Ich stelle mir vor, wie diese unzähligen Terassen irgendwann mal von Menschenhand erschaffen wurden. Wahnsinn. Zwischendurch kann ich durch die Wolken einen Blick in Richtung Agaete werfen.

Terrassenplantagen in der Nähe von Juncalillo
Wunderbarer Blick auf alte Terrassenlandschaften auf der Etappe nach Juncalillo


Download: Etappe 5 Artenara nach Juncalillo

Unterkunft Juncalillo

Als ich in Juncalillo ankomme ist es kalt und trüb. Die Unterkunft im Hostel Rural Juncalillo ist einfach, aber für eine Nacht völlig ausreichend. Eine Elektroheizung wärmt mein Zimmer auf Wohlfühltemperatur und die Jungs, die das Hostel betreiben, servieren ein wirklich fantastisches Essen!

Hier geht’s zur Website Hostel Rural Juncalillo

Zur sechsten Etappe

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