Etappe 5: Deia – Port de Soller

Etappe 5: Deia – Port de Soller

  • Ausgangspunkt: Deia
  • Endpunkt: Port de Soller
  • Strecke: 13,8 km
  • Aufstieg: 343 m
  • Abstieg: 527 m
  • Dauer: 4:30h

 

Auf zum Meer

Am 5. Tag auf dem Fernwanderweg GR 221 auf Mallorca, meint es der Wettergott sehr gut mit uns. Es ist angenehm auf Mallorca, der Wind ist weg, die Sonne scheint und die Temperaturen sind mit etwa 14 Grad für uns ja fast schon subtropisch. Toll fühlt sich das an. Wir tanken wirklich viel Sonne. Und das ist auch gut so! Schließlich stehen uns in den nächsten zwei Tagen extreme Wetterbedingungen bevor. Aber heute wissen wir noch nichts davon, ist vielleicht auch gut so!

Cala de Deia auf Mallorca
Die traumhafte Bucht Cala de Deia ist unser erstes Etappenziel

Wir wandeln den GR 221 allerdings etwas ab und gehen nicht die offizielle Route. Vielleicht mag diese Abänderung der Tour für Wanderer, die auch die ersten beiden Etappen von Port d’Andratx nach Estellencs gehen, nicht nötig sein. Sie haben sicher auf den ersten Touren schon einiges vom mallorquinischen Meer gesehen. Wir aber nicht. Daher gehen wir von Deia nach Port de Deia, dann entlang der Küste und steigen später wieder in den GR 221 ein. Doch zunächst geht es durch Obst- und Olivenplantagen leicht bergab, bis wir ein Bachbett überqueren. Wir erfreuen uns an dem Wasserlauf – kann ja keiner ahnen, dass es nicht das einzige auf der sonst so trockenen Insel sein wird. Danach sind es nur noch ein paar hundert Meter, bis wir die verschlafene Bucht Cala de Deia erreicht haben.

Küstenweg auf dem Weg nach Port de Soller
Auf dem Küstenweg sind wir ganz allein – nur das Rauschen des Meeres im Ohr

Der Küstenweg ist eine unvergessliche Alternative zum GR 221

Türkisblaues Meer heißt uns herzlich willkommen, an dem schönsten Teilstück dieser Etappe. Denn wir schlagen nicht den ausgeschilderten Weg nach Port de Soller ein, sondern wollen zunächst für etwa eine Stunde am Meer, nur einige Meter oberhalb des Wassers, entlanglaufen. Es ist herrlich einsam hier! Und dieser Ausblick! Die Wellen preschen gegen die bizarren Felsen und weiße Gischt schlägt hoch. Diese Farben! Ich bekomme prompt beim Schreiben Fernweh. Aber das wirklich allerbeste ist, wir haben ihn ganz für uns allein – ein heftiger Kontrast zum zweiten Teil dieser Strecke auf dem Fernwanderweg. Der ist nämlich echt voll. Aber dieses kurze Teilstück entschädigt wirklich für nahezu alles!

Wanderer blickt auf höchten Berg auf Mallorca
Ich blicke gerade auf den allseits dominanten Puig Major, dem höchsten Gipfel Mallorcas

Schweren Herzens verlassen wir diesen herrlichen Küstenweg bei Llucalcari. Der Anstieg hinauf zu dem winzigen Örtchen ist schweißtreibend, aber beeindruckt von dem was gerade hinter uns liegt, bekommen wir das gar nicht so recht mit. Nach etwa einer halben Stunde stoßen wir wieder auf unseren Fernwanderweg. Schnell wird klar, die Ruhe ist vorbei. Auf dem Teilstück nach Port de Soller, was nicht erwähnenswert anstrengend ist, läuft alles, was zwei Beine hat. Im Sekundentakt passieren wir andere Wandersleute. Lichtblick ist ein kleines Schild am Fuße des Hangs, dass den Weg zu einem Café weist. Da wir reif für eine kleine Pause sind, gehen wir die paar Stufen hinauf. Café ist völlig übertrieben und gerade deswegen so schön. Vier Tische mit zusammengesuchten Stühlen stehen hier. Es gibt frisch gepressten Orangensaft oder Kaffee aus eine kleinen Hütte. Das hat doch wirklich noch etwas von Idylle!

Der höchste Berg uf Mallorca, der Puig Major mit seiner Radarkuppel
Der Puig Major, herangeholt mit meiner großen Kamera

Immer im Blick, den Puig Major

Nach unserer Pause geht es den Weg entlang zwischen einem Zaun rechts und einem links, vorbei an Privatgrundstücken. Nicht unbedingt etwas, an dass wir uns noch lange erinnern werden. Der Weg zieht sich, bietet aber am Ende herrliche Ausblicke auf Olivenhaine und den Puig Major. Dieser höchste Berg Mallorcas ist jetzt schon ein treuer Begleiter geworden. Egal ob nach Norden oder später nach Süden blickend, er ist markant mit seiner Radarkuppel und irgendwie vertraut. Seit 1958 ist er militärisches Sperrgebiet und damit unpassierbar für den Otto-Normalverbraucher. Schade eigentlich. Er sieht doch irgendwie spannend aus.

Blick auf das Meer und Port de Soller
Der Blick auf Port de Soller und die Serra de Tramuntana – atemberaubend!

Und wieder geht’s es hinab zum Meer, nach Port de Soller

Gerade das letzte Stück bis nach Port de Soller ist ziemlich überlaufen. Wir finden kaum einen Platz für ein lauschiges Päuschen. Erst kurz vorm Refugi Muleta können wir auf einem Felsbrocken ein ausgiebiges Sonnenbad nehmen. Mit Blick auf das Meer ist das durchaus versöhnlich. Kurz nachdem wir das Refugi passiert haben, wird uns kurz nach dem Passieren des Leuchtturms ein Traum-Panorama-Blick auf Port de Soller offenbart. Die Sonne tut ihr Übriges und zaubert eine wahnsinnige Farbenpracht in diese tolle Landschaft. Spätestens mit Blick auf den schneebedeckten Puig Major hätte uns heute klar sein müssen, dass wir bald durch Schnee stapfen werden. Aber irgendwie hat uns die Sonne auf dieser Tour auch noch die letzten grauen Zellen verbrannt 😉

Nachdem wir den Ausblick genossen haben, geht es die Straße hinab nach Port de Soller. Nach ein paar Minuten sitzen wir mit einem erfrischenden Getränk und genießen den Blick zurück zum Leuchtturm. Da kann man schon fast vergessen, dass Port de Soller sich nicht unbedingt mit dem Namen “Perle des Mittelmeers” schmücken darf.


Das war unsere Tour nach Port de Soller

Etappe 5 von Deia nach Port de Soller
(Download: rechte Maustaste, Datei speichern unter)


Übernachtung in Port de Soller

Port de Soller ist eine ziemlich zugebaute Bucht. Unser Hotel ist in Ordnung und auch das Restaurant in dem wir essen ist Ok. Zumindest kann ich mich nicht erinnern, dass es schlecht war. Aber auch nicht daran, dass es besonders gut war. Also, eigentlich kann ich mich gar nicht an das Restaurant erinnern. Nur an das Bild dort. Das muss vor vielen Jahrzehnten aufgenommen worden sein und zeigt Port de Soller vor dem Tourismus. Das war irgendwie beeindruckend – und nachhaltig.

Hier geht’s zum Hotel Eden Nord

 

Zur sechsten Etappe

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