Ratgeber: Ausrüstung für Mehrtasgestouren in Deutschland – mit Packliste
Was gehört bei einer Mehrtagestour in Deutschland in den Rucksack – und was darf zu Hause bleiben? Hier gibt es meine Packliste als PDF zum Download und als interaktive Checkliste fürs Handy. Dazu kommen Tipps zu Schuhen, Rucksack, Kleidung und einem vernünftigen Gepäckgewicht.
Unterwegs ist mein Leben oft erstaunlich übersichtlich. Alles, was ich für einige Tage brauche, passt in einen Rucksack. Und trotzdem habe ich auf einer Mehrtagestour selten das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Eher staune ich darüber, wie wenig es braucht, um glücklich zu sein. Beim Packen ist diese Einfachheit allerdings nicht immer so leicht zu erreichen. Gerade vor den ersten längeren Touren ist die Versuchung groß, für alles gerüstet sein zu wollen. Noch etwas zum Wechseln, noch ein kleines Helferlein, noch etwas für alle Fälle. Im Outdoorladen gibt es schließlich auch Lösungen für Probleme, an die man selbst noch gar nicht gedacht hat. Einzeln fällt das kaum ins Gewicht. Nach ein paar Stunden auf dem Rücken sieht die Sache oft anders aus.
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Über überflüssiges Gepäck habe ich mich unterwegs jedenfalls schon häufiger geärgert als über einen kleinen Luxus, der zu Hause geblieben ist. Trotzdem geht es mir nicht darum, den Rucksack bis auf das letzte Gramm zu optimieren. Ich wiege nicht mehr jeden Gegenstand nach und ersetze nichts allein deshalb, weil sich damit noch etwas Gewicht sparen ließe. Meine Devise lautet: hochwertige Ausrüstung dort, wo sie einen echten Unterschied macht – aber kein Konsum um des Konsums willen. Schuhe müssen über viele Kilometer funktionieren, der Rucksack gut sitzen und die Regenjacke zuverlässig schützen. Bei solchen Dingen möchte ich mich auf meine Ausrüstung verlassen können.
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Das Schönste am Reduzieren lässt sich ohnehin nicht auf der Waage ablesen. Mit weniger Gepäck verbinde ich auch eine Einfachheit, die mir im Alltag manchmal verloren geht. Der eigene Schritt, der Wind in den Bäumen, die Blumen am Wegesrand und eine weite Aussicht bekommen wieder mehr Aufmerksamkeit. Für einige Tage gibt es weniger Dinge, um die ich mich kümmern muss – und mehr Raum für das, weshalb ich eigentlich losgegangen bin. Minimalismus beim Wandern bedeutet für mich deshalb nicht, möglichst viel wegzulassen. Es bedeutet, bewusster zu entscheiden, was mitkommt.
Meine Packliste für Mehrtagestouren: digital oder als PDF
Die richtige Ausrüstung hängt immer von der Tour ab: von Jahreszeit und Wetter, von den Bedingungen vor Ort und davon, ob es von Hotel zu Hotel, auf Hütten oder mit dem Zelt geht. Auch wer mit Hund unterwegs ist, braucht naturgemäß ein paar Dinge mehr. Eine universelle Packliste für jede Mehrtagestour gibt es deshalb nicht. Eine ziemlich gute Basis aber schon.
Meine interaktive Packliste für Mehrtagestouren lässt sich direkt auf dem Smartphone öffnen und beim Packen Punkt für Punkt abhaken. Neben der Basisausrüstung und Kleidung können bei Bedarf die Bereiche Zelt und Hund ergänzt werden.
Interaktive Packliste für Mehrtagestouren
Wer lieber auf Papier abhakt oder die Liste für die Tourenplanung abspeichern möchte, kann die Packliste außerdem als PDF herunterladen.
Wanderschuhe: Passend geht vor
Kaum ein Ausrüstungsgegenstand entscheidet so unmittelbar darüber, ob eine lange Etappe Spaß macht: die Schuhe. Dabei müssen es für viele Mehrtagestouren in Deutschland längst nicht immer schwere Wanderstiefel sein. Leichte Wanderschuhe oder geländegängige Trailrunner sind auf vielen Waldwegen, Schotterpassagen und schmaleren Wanderpfaden eine gute Wahl. Gerade an den Füßen lohnt es sich, auf das Gewicht zu achten. Schließlich wird dieses Gewicht bei jedem einzelnen Schritt angehoben – und davon kommen während einer Mehrtagestour ziemlich viele zusammen.
Trotzdem ist ein leichter Schuh nicht automatisch der bessere Schuh. Viel wichtiger ist die Passform. Die Ferse sollte stabil sitzen, während die Zehen ausreichend Platz haben und beim Bergabgehen nicht vorne anstoßen. Auch am Spann sollte nichts drücken. Gleichzeitig braucht der Fuß etwas Reserve, denn auf langen Etappen und bei hohen Temperaturen können die Füße anschwellen. Wanderschuhe daher beim Kauf am besten nachmittags und mit den Socken anprobieren, die später auch auf Tour getragen werden.
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Ob eine wasserdichte Membran sinnvoll ist, hängt vor allem von den persönlichen Vorlieben und den Bedingungen auf der Tour ab. Wer viel auf nassen Wiesen oder bei Regen unterwegs ist, schätzt möglicherweise einen wasserdichten Schuh. Der Nachteil: Membranschuhe sind meist weniger atmungsaktiv und trocknen langsamer, wenn sie doch einmal richtig nass geworden sind. Wer dagegen schnell schwitzige Füße bekommt, fühlt sich in einem luftigeren Schuh oft wohler. Unabhängig davon gehören für mich gute Wandersocken genauso zum Gesamtpaket wie ein Schuh, der wirklich zum Fuß passt. Und wenn unterwegs eine Stelle zu reiben oder zu drücken beginnt, lohnt es sich, frühzeitig zu reagieren und nicht erst auf die fertige Blase zu warten.
Noch ein letzter Tipp: Schuhe gehören vor einer Mehrtagestour getestet und eingelaufen.
Der richtige Rucksack: Passform vor Größe
Neben den Schuhen entscheidet der Rucksack maßgeblich darüber, wie angenehm eine Mehrtagestour wird. Das Ziel ist, einen großen Teil des Gewichts über die Hüfte zu tragen und die Schultern entsprechend zu entlasten. Dafür müssen Rückenlänge und Tragesystem zum eigenen Körper passen. Schulter-, Brust- und Hüftgurt werden anschließend so eingestellt, dass der Rucksack nah am Körper sitzt, nicht wackelt und trotzdem ausreichend Bewegungsfreiheit bleibt. Dafür lohnt es sich, bei der Auswahl ein bisschen Zeit zu investieren. Im Fachgeschäft am besten den Rucksack außerdem nicht nur leer aufsetzen. Erst mit einem realistischen Gewicht zeigt sich, ob das Tragesystem tatsächlich funktioniert.
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Das benötigte Volumen hängt stark vom Tourenstil und von der Jahreszeit ab. Für viele Mehrtagestouren in Deutschland mit einem festen Dach über dem Kopf ist ein Rucksack um 35 Liter ein guter Richtwert. Wer Zelt, Schlafsack und weitere Campingausrüstung mitnimmt oder im Winter unterwegs ist, braucht entsprechend mehr Platz. Zu groß würde ich den Rucksack allerdings nicht wählen. Viel freier Stauraum ist gleichzeitig eine ziemlich gute Einladung, doch noch das eine oder andere zusätzliche Teil einzupacken.
Auch die Gewichtsverteilung spielt eine Rolle. Schwere Ausrüstung gehört möglichst mittig und nah an den Rücken. Dazu können beispielsweise Zelt, Proviant oder Technik gehören. Leichte, voluminöse Ausrüstung wie Schlafsack oder eine warme Jacke kann weiter nach unten. Kleidung und andere mittelschwere Dinge finden dazwischen ihren Platz. Alles, was unterwegs schnell benötigt wird – Regenjacke, Snacks, Mütze oder Erste Hilfe – sollte dagegen gut erreichbar sein. Und weil Nässe auf Mehrtagestouren in Deutschland durchaus zum Alltag gehören kann, gehört für mich auch ein zuverlässiger Regenschutz für den Rucksack dazu.
Kleidung für Mehrtagestouren: Zwiebelprinzip
Gerade bei der Kleidung kann sich schnell viel unnötiges Gewicht ansammeln. Für mich funktioniert deshalb nach wie vor das klassische Zwiebelprinzip am besten: eine Basisschicht aus Merino, darüber eine wärmende Schicht wie ein Fleece, bei Bedarf eine leichte Isolationsjacke und darüber der Wetterschutz. So lassen sich die einzelnen Schichten flexibel kombinieren. Das ist gerade auf längeren Touren praktisch. Am Vormittag ist es warm, später zieht Wind auf und am Nachmittag kommt vielleicht noch ein Schauer hinzu. Mehrere leichte Schichten lassen sich an solche Bedingungen wesentlich besser anpassen als eine einzige dicke Jacke.
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Bei Wechselkleidung darf es dagegen ruhig übersichtlich bleiben. Funktionsbekleidung ist meist leicht, trocknet schnell und lässt sich unterwegs kurz auswaschen. Merinowolle punktet zusätzlich damit, dass sie Gerüche vergleichsweise gut reguliert und sich deshalb häufig mehrere Tage tragen lässt. Das dritte Shirt oder ein eigenes Outfit für den Abend kann daher meistens zu Hause bleiben. Und nach einigen Tagen auf einem Fernwanderweg relativiert sich das Thema ohnehin ziemlich schnell. Niemand interessiert sich ernsthaft dafür, ob am Abend schon wieder dasselbe Shirt zum Einsatz kommt. Die anderen Wandernden sehen schließlich selten wesentlich eleganter aus.
Regenbekleidung: In Deutschland wichtig
Auf einer mehrtägigen Wanderung in Deutschland gehört eine gute Regenjacke zur Grundausstattung. Je nach Tour und Wetter kommt zusätzlich eine Regenhose dazu.
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Wie bei der restlichen Ausrüstung muss es dabei nicht zwangsläufig das technisch extremste Modell sein. Dennoch lohnt es sich bei solchen zentralen Ausrüstungsteilen eher, auf Qualität zu achten, als mehrere günstige Lösungen auszuprobieren, die ihren eigentlichen Zweck nicht zuverlässig erfüllen.
Rucksackgewicht reduzieren
Beim Rucksackgewicht gibt es jede Menge Faustregeln. Besonders häufig wird empfohlen, nicht mehr als ungefähr 20 Prozent des eigenen Körpergewichts zu tragen. Für mich wäre das auf vielen normalen Mehrtagestouren allerdings bereits ziemlich viel. Viel wichtiger als eine starre Prozentzahl finde ich deshalb die Frage, wie viel Gewicht tatsächlich notwendig ist – und wie angenehm sich der Rucksack damit über mehrere Stunden tragen lässt. Gerade Einsteiger packen häufig zu viel ein. Und meistens sind es nicht die großen Dinge allein, sondern viele kleine „Für alle Fälle“-Gegenstände, die das Gewicht nach oben treiben. Und gleichzeitig muss Minimalismus auf Tour eben nicht bedeuten, auf alles zu verzichten oder jedes Gramm herauszuoptimieren. Manchmal darf auch ein kleiner Luxusgegenstand mit – dann aber ganz bewusst.
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Eine gute Packliste ist die halbe Miete. Trotzdem würde ich die komplette Ausrüstung vor einer längeren Tour mindestens einmal tatsächlich in den Rucksack packen. So zeigt sich ziemlich schnell, ob alles hineinpasst und wie viel das Gepäck am Ende wirklich wiegt. Noch besser ist es, mit dem vollständig gepackten Rucksack eine längere Runde zu gehen. Vor allem die wichtigsten Ausrüstungsteile sollten nicht erst auf der ersten Etappe zum ersten Mal richtig getestet werden. So merkt man frühzeitig, ob irgendwo etwas drückt oder scheuert, ob das Tragesystem funktioniert und ob sich die Ausrüstung auch nach mehreren Stunden noch gut anfühlt.
Die Packliste an die Tour anpassen
Die eigentliche Kunst beim Packen besteht am Ende darin, die Grundausstattung auf die jeweilige Wanderung anzupassen. Wer von Hotel zu Hotel wandert, braucht deutlich weniger als jemand, der mehrere Tage mit Zelt unterwegs ist. Campingausrüstung und eventuell zusätzliche Verpflegung machen beim Gewicht einen deutlichen Unterschied.
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Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. Im Winter oder in der Übergangszeit braucht warme Kleidung mehr Platz als auf einer sommerlichen Tour. Und wer – so wie ich – mit Hund wandert, erweitert die Packliste entsprechend. Aber: Keine Packliste bleibt für immer gleich. Mit jeder längeren Tour merkt man besser, welche Dinge tatsächlich gebraucht werden und welche einfach nur ein paar Tage spazieren getragen wurden. Nach einer Mehrtagestour lohnt sich deshalb ein kleiner Rückblick darauf, was tatsächlich genutzt und gebraucht wurde.
Meine Packliste für die nächste Mehrtagestour
Wer nicht bei null anfangen möchte, kann meine Packliste direkt übernehmen und anschließend an die eigene Tour anpassen:
Meine interaktive Packliste für Mehrtagestouren lässt sich direkt auf dem Smartphone öffnen und beim Packen Punkt für Punkt abhaken. Neben der Basisausrüstung und Kleidung können bei Bedarf die Bereiche Zelt und Hund ergänzt werden.
Interaktive Packliste für Mehrtagestouren
Wer lieber auf Papier abhakt oder die Liste für die Tourenplanung abspeichern möchte, kann die Packliste außerdem als PDF herunterladen.
Packliste Mehrtagestour als PDF