Meraner Höhenweg mit Hund wandern

Meraner Höhenweg mit Hund wandern

Wandern mit Hund ist für mich mit das Schönste, was es gibt. Wenn unsere Lotte, eine kleine Münsterländer-Dame, durch Wiesen springt, mit uns die Berge erklimmt und sich in einem glasklaren Gebirgsbach abkühlt, geht mir einfach das Herz auf. Aber es ist nicht immer einfach in den Alpen bei einer Hüttenwanderung den Hund mitzunehmen. Es mag viele, nachvollziehbare Gründe dafür geben, warum viele Hüttenwirte unsere vierbeinigen Lieblinge nur ungern aufnehmen, aber schade ist es allemal. Eine Ausnahme ist für mich der Meraner Höhenweg. Mit ein klein wenig organisatorischem Geschick ist hier die Mitnahme problemlos möglich. Auch der Weg selbst bietet keine großen Schikanen für Hunde.

Wander mit Hund
Auch Lotte genießt die Weitsicht beim Bergwandern auf dem Meraner Höhenweg

Im Juli haben wir uns aufgemacht, den Meraner Höhenweg in Südtirol im Rudel zu gehen. Für unsere Lotte, die ja leider schon einige Probleme mit dem Herzen hat, war es gerade so vom Wetter her noch in Ordnung. Es war zwar im Süden recht war, aber hier gab es eigentlich viele kalte Bäche und Wasserfälle in denen sie sich abkühlen konnte. Die Hütten, die wir bezogen haben, sind allesamt keine Matratzenlagen gewesen. Dass hier der Hund nicht mitdarf, liegt eigentlich auf der Hand. Aber der Meraner Höhenweg bietet in dieser Hinsicht viel Komfort, so dass wir mit Mehrbettzimmern und Doppelzimmern gut gefahren sind.

Eine Auflistung in welchen Hütten wir mit Hund übernachtet haben, findest du am Ende meines Übersichtsartikels Meraner Höhenweg die Etappen und Highlights. Dort findest du auch die genauen Tourenbeschreibungen.

Die kniffligen Stellen beim Wandern mit Hund

Grundsätzlich gilt beim Wandern mit Hund auf dem Meraner Höhenweg das Gleiche wie für den zweibeinigen Wanderer: Gute Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gewisse Bergerfahrung ist wichtig. Zwar gibt es auf der normalen Route keine ausgesetzten Passagen oder gar Kletterstellen, aber hier und da muss eben doch eine sehr hohe Stufe überwunden, ein Felsbrocken erklommen oder ein Felsenweg passiert werden. Gehorsam ist natürlich ebenfalls Grundvoraussetzung.

Hund im Korblift in Südtirol
Lotte ganz luftig mit mir im Vellauer Korblift – sie mag die Rundumsicht

Aber ich will hier keine Abhandlung oder Belehrungen über das Bergwandern mit Hund schreiben. Für Lotte, die zwar auch nicht jedes Wochenende in den Bergen wandert, aber es durchaus kennt, gab es nur wenige kniffelige Stellen auf dem Weg. Die erste begegnete uns gleich auf dem Einstieg in den Weg über den nostalgischen Vellauer Korblift. Wobei, wenn ich ehrlich bin, lag es nur ein bisschen am Lift und vielmehr daran, dass die Herren beim Ein- und Ausstieg nicht unbedingt große Redenschwinger waren. Kurzum: Es gibt kaum Erklärung und wenn man sich ein bisschen blöd anstellt (so wie wir), dann wird man im Zweifelsfall eben einfach in den Lift geschubst. Meine Empfehlung nach insgesamt 3 Korbliftfahrten: Wenn es geht, nehmt den Hund beim Ein- uns Ausstieg einfach hoch. Dann ist’s auch unproblematisch.

Wandern mit Hund über Hängebrücke auf dem Meraner Höhenweg
Zwei von drei Hängebrücken auf dem Meraner Höhenweg sind mit Hund einfach zu begehen

Die zweite kniffelige Stelle findet sich gleich auf unserer 1 Etappe nur kurz nach dem Start von der Leiteralm. Denn hier gibt es eine Hängebrücke mit Bodengittern, die sehr groß sind. Hier hatten Lottes kleine Pfoten so ihre Probleme. Wir haben sie dann getragen. Auch auf der 2. Etappe vom Giggleberg bis Katharinaberg durch die Schlucht der 1.000 Stufen könnte es kleine Schwierigkeiten geben. Hier gibt es wirklich einige hohe Stufen. Für Lotte waren diese unproblematisch. Ich habe aber auch gehört, dass manche ihren Hund teilweise tragen.

Darüber hinaus gab es beim Wandern mit Hund keinerlei Schwierigkeiten. Wir mussten zwar eine frische Geröllawine mit ihr passieren, aber das kann an gleicher Stelle ein paar Wochen später schon unproblematisch sein.

Wandern mit Hund auf dem Meraner Höhenweg
Toben sollte der Hund auf dem Vellauer Felsenweg oder Hans-Friedensweg nicht, da geht’s steil bergab

Die Wassersituation

Ich habe immer einen halben Liter Wasser für Lotte dabei gehabt und bin damit sehr gut gefahren. Gerade im heißen, sonnigen Süden gibt es unzählige Wasserfälle und Bäche, an denen man seine eigenen und die Wasservorräte seines Lieblings auffüllen kann. Auch im Norden kommt man immer wieder an Wasserstellen vorbei, wenn auch nicht mehr in der gleichen Frequenz, aber es ist ja auch nicht so warm. Und dann gibt es ja noch die vielen Holztränken, an denen sich Lotte im Notfall auch mal erfrischt. Einkehrmöglichkeiten, um Wasser aufzufüllen gibt es obendrein genug.

Hund in Tränke auf dem Meraner Höhenweg
Hundebadewanne für Lotte – wenn es beim Wandern mal keinen Fluss gibt
  • Etappe 1 – Leiteralm bis Giggleberg: viel Schatten, einfache Bergwege, eine schwierige Hängebrücke sehr viele Wasserfälle und Trinkmöglichkeiten
  • Etappe 2 – Giggleberg bis Katharinaberg: sehr sonnig und heiß, Schlucht der 1.000 stufen, anfangs viele Wasserstellen, später weniger
  • Etappe 3 – Katharinaberg bis Eishof: einfache Bergwege, wenig schwierige Stellen, nicht zu warm, wenige zugängliche Wasserstellen, für den Notfall Weg verlassen
  • Etappe 4 – Eishof bis Pfelders: kühle Tour, im Juli mit erfrischenden Schneefeldern, Wasser vorhanden
  • Etappe 5 – Pfelders bis Christl: einfache Tour mit vielen Wasserstellen, auch bei der Variante über den Waalweg, bei Abstecher Matatzspitz Wasser mitnehmen
  • Etappe 6 – Christl bis Brunner: mäßige Wassersituation, besser Vorrat mitnehmen, anstrengend und sehr steil bei dem Abstecher über Sattelspitze, sonst viele Einkehrmöglichkeiten
  • Etappe 7 – Brunner bis Leiteralm: wieder mehr Wasserstellen, einfache Wege, viele Einkehrmöglichkeiten
Wandern mit Hund auf dem Meraner Hlhenweg
Hier erfrischt sich Lotte an der Nassreithütte – für Hunde gibt’s viel Wasser auf dem Meraner Höhenweg

Wandern mit Hund auf dem Meraner Höhenweg – Willkommen oder nicht?

Wie waren ja letztes Jahr im Chiemgau mit Lotte wandern und ich muss sagen, dort haben wir uns mit unserer geliebten Hündin nicht so willkommen gefühlt. Auf dem Meraner Höhenweg hingegen gestaltete es sich wohltuend anders. Wir müssen weder an überdimensionalen Verbotsschildern vorbeiwandern, noch werden wir irgendwo komisch angeschaut. Im Gegenteil: Lotte läuft fast immer frei – natürlich nicht auf den Almen. Die Hüttenwirte und Gastgeber sind freundlich zu unserem Hund und sicher auch zu anderen wohlerzogenen Kollegen. Wir schlafen bis auf den Giggleberg in vernünftigen Zimmern, nicht in irgendwelchen Abstellkammern oder gar im Keller. Der Hund darf immer bei uns bleiben, anders würde es mit Lotte in einer fremden Umgebung auch gar nicht gehen.

Wandern mit Hund ist einfach ein Traum
In der Nähe des Eishofes, wo wir ein wirklich tolles 6-Bett-Zimmer bekommen und es sogar mit einem weiteren Hund völlig unproblematisch teilen

Und die anderen Tiere?

Schon aus Selbstschutz kommt Lotte selbstverständlich auf den Almen oder beim Passieren von Weiden an die Leine. Obwohl ich noch nie in den Bergen so entspannte Kühe erlebt habe. Zudem müssen wir mit unserem Jagdhund bei freilaufenden Hühner, Häschen oder ähnlichem besonders aufpassen. Wir sehen darüber hinaus unheimlich viele Murmeltiere, aber vermutlich auch nur, weil sie ihre Warnpfiffe abgeben. Vielleicht wegen dem Hund? Nur einmal auf dem ganzen Weg begegnen wir Rehen.

Kühe auf dem Meraner Höhenweg
Selten haben wir so entspannte Kühe auf den Almen wie am Meraner Höhenweg gesehen

Variante über die Spronser Seen

Ich empfehle ja für Wanderer, die gern etwas mehr Bergluft schnuppern wollen, die Variante über die Spronser Seen. Da ich die Seen nur im Rahmen einer Tagestour ohne Hund erwandert habe, kann ich nur Empfehlungen zum Teilstück Spronser Seen – Hochganghaus/Leiteralm aussprechen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vom Oberkaser den Abstieg über die Taufescharte anstatt der Hochgangscharte wählen. Letzterer ist ausgesetzt und mit Ketten gesichert, so dass der Hund schon sehr gehorsam sein sollte. Es besteht hier Absturzgefahr, bei einem falschen Tritt. Ich war dort allein ohne Lotte, würde sie aber wohl mitnehmen. Aber auch die Variante über die Taufenscharte ist attraktiv und deutlich besser mit Hund geeignet.

Spronser Seen
Bei der Variante über die fantastischen Sponser Seen steigt man mit Hund am besten über die Taufenscharte ab

Als Übernachtungsvariante, wenn man von Pfelders aus nicht bis zur Leiteralm oder zum Hochganghaus gehen will, kann man auch im Oberkaser übernachten. Ich habe den Hüttenwirt dort gesprochen, der meinte, wenn man nicht gerade im August kommt und rechtzeitig vorher reserviert, kann man dort auch mit Hund übernachten.

Wandern mit Hund – einfach ein Traum!

Ich persönlich finde, Wandern mit Hund ist eine echte Bereicherung. So ein kleines Energiebündel wie Lotte, die immer schon auf dem Gipfel oder Pass ist, wenn ich noch keuchend zig beschwerliche Stufen davon entfernt bin, ist einfach wunderschön. Na klar, bringt es auch jede Menge Verpflichtungen mit und im Zweifelsfall muss man auch die Tour abbrechen, wenn der Hund schwächelt. Aber das Risiko gehen wir gern ein. Obwohl auch wir unsere Schrecksekunden mit ihr hatten. Auf der 4. Etappe, etwa eine Stunde vor dem Ziel, ist Lotte in ein Loch getreten und lief nur noch auf drei Beinen.

Wanderin trägt Hund
Wandern mit Hund kann auch mal körperlich ganz schön fordernd sein

Was hilft’s? Dann kommen eben 21 Kilo extra auf den Rucksack  – zumindest kurzzeitig. Das Tragen war nämlich ziemlich schweißtreibend. Wir konnten bis zum Ziel noch mit einem Druckverband die schmerzende Stelle etwas abpolstern und am nächsten Tag lief sie wieder wie neu. Es blieb bei der Schrecksekunde. Was mir in Erinnerung bleibt ist, wie zäh so ein kleiner Münsterländer einfach ist. Sie läuft und läuft und läuft und genießt so wie wir die Ankunft oder eine ausgiebige Pause.

Wande mit Hund bei der Pause
Was gibt es Schöneres als einen zufriedenen, müden Hund? Hier bei einer Pause auf dem Meraner Höhenweg

Hast du auch Erfahrungen beim Wandern mit Hund? Was würdest du gern noch wissen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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2 Gedanken zu „Meraner Höhenweg mit Hund wandern

  1. Hallo Romy, auch wir sind vor 3 Jahren den Meraner Höhenweg gegangen. Es stimmt, überall sehr hundefreundliche Gastgeber. Auch in Giggelberg hatten wir ein topp Zimmer. Irgendwie kann ich mich aber nicht an Hängebrücken erinnern. Vielleicht sollten wir ihn nochmal laufen. Ansonsten ist dieser Weg allen zu empfehlen. Wir sind ihn Ende September gelaufen. Inzwischen gibt es für diesen Weg auch Gepäckservice;-). LG Kerstin

    1. Hallo Kerstin,
      danke für deinen Kommentar. Vielleicht muss man am Giggleberg einfach Glück haben. Und ja! Den Meraner Höhenweg kann man glaube ich ohne Probleme auch zweimal laufen, eventuell eben über die Sponser Seen?
      Liebe Grüße
      Romy

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