Heidschnuckenweg im Sommer

Heidschnuckenweg im Sommer

Moin! Was für ein Sommer in Deutschland. Zumindest für Badefreunde, eigentlich auch für Wanderer, allerdings nicht für eingefleischte Fans der Lüneburger Heide mit seiner Heideblüte. Mitte August sollte unsere Sommeretappe auf dem Heidschnuckenweg inmitten prachtvoller Heideblüte stattfinden. Doch aufgrund der extremen Trockenheit konnten wir uns nur an ganz wenig flächig blühender Heide erfreuen. Selbst die an Trockenheit sehr gut angepasste Heide hatte dieses Jahr vielerorts hitzefrei. Aber so ist die Natur. Dennoch: Der Weg hat sich gelohnt! Und das ein oder andere üppig blühende Pflänzchen haben wir dann doch noch entdeckt.

Unsere zweitägige Wochenend-Tour auf dem Heidschnuckenweg führt uns dieses Mal rückwärts, also gen Norden Deutschlands von Soltau nach Schneeverdingen in zwei Tagen. Wir wandern den Heidschnuckenweg mit Hund und haben uns ein straffes Programm vorgenommen. 50 Kilometer sollen es werden.

Gleich vorweg kommt hier meine Liebeserklärung auf typisch Norddeutsch: Heidschnuckenweg, du bist mir nicht ganz unsympathisch!

Etappe 5 Heidschnuckenweg: Von Soltau nach Behringen

Wandern mit Hund auf dem Heidschnuckenweg
Wie bei unserer Frühlingstour auf den Heidschnuckenweg gibt’s sehr viel Abwechslung geboten

Start: Wolterdingen
Ziel: Behringen
Länge: 25km
Dauer: 6:10

Wer den Heidschnuckenweg im Sommer wandern möchte, sollte rechtzeitig buchen. Wir sind nicht ganz so früh dran, müssen aber nur eine Übernachtung finden. Wir finden sie in Behringen und steigen daher in den Heidschnuckenweg erst ab Wolterdingen, etwa fünf Kilometer oberhalb von Soltau, ein. Wer schon ordentlich eingelaufen ist, schafft diese fünf Kilometer bis Soltau sicher auch noch. Nachdem wir das Gejubel und Geschrei aus dem nahegelegenen Heide Park hinter uns gelassen und den Heidschnuckenweg erreichen haben, wird es auch sofort beschaulich.

Nirgends strahlt der Himmel so schön grau wie in Norddeutschland? Weit gefehlt auf dieser wunderbaren Wanderung: Wir wandern begleitet von bestem Sonnenschein vorbei an Feldern, Wiesen und Weiden, dann wieder durch Wälder und Heidelandschaften. So muss dat!

Heideblüte in der Lüneburger Heide
Erwischt! Hier und da steht doch vereinzelt ein Heidestrauch in voller Blüte

Auch wenn es vielerorts kaum zu erkennen ist, die Heideblüte hat im August und September Hochsaison. Aber die Formel ist ganz einfach: Kein Wasser, keine Blüte. Von nix, kommt halt nix. Aber hin und wieder streifen wir zumindest vereinzelt blühende Pflanzen – vielleicht können wir uns sogar deshalb daran erfreuen, weil es nicht so viele davon gibt? Alles eine Frage der Betrachtung. Schön ist jedoch, dass wir kaum andere Menschen treffen und der Weg nicht überlaufen ist.  Schmale Pfade, kleine Tümpel, ein plätscherndes Bächlein – der Heidschnuckenweg ist vielmehr als Heideblüte. Am Ende lockt sogar ein Schwimmteich am Ortsrand von Behringen zum Hineinspringen – was wünscht man sich mehr?

GPX-Track Etappe 5

Download: Etappe 5 von Wolterdingen nach Behringen

Übernachtet wird im Hotel zur grünen Eiche im Ortskern von Behringen. Ein gutes Hotel mit leckerem Essen aber etwas merkwürdigem Personal. Sie sind zwar äußerst nett, aber irgendwie scheinen hier alle den Namen “Hase” zu tragen. “Ich weiß von nix” ist die Devise. Lustig ist’s irgendwie schon. Aber die Zimmer sind prima! Hier geht’s  zur grünen Eiche.

Wichtige Informationen fürs Wandern mit Hund

Das herrlich Erfrischende an einem Hund ist, dass es ihm ganz egal ist, ob die Heide blüht. Es reicht, wenn’s an jeder Ecke gut riecht und hin und wieder ein bisschen Wasser zum Saufen und Baden da ist. Von daher ist diese Etappe auf dem Heidschnuckenweg eine gute für Lotte. Die Wassersituation ist trotz Trockenheit gut. Auch im Hotel werden wir freundlich empfangen, ob jedoch unser Zimmer, ein Behinderten-Zimmer, ein Hinweis auf unseren vierbeinigen Liebling ist? Also, ich weiß von nix.


Etappe 6 Heidschnuckenweg: Von Behringen nach Schneverdingen

Heideblüte in der Nähe von Wilsede
Blick in den Totengrund bei Wilsede auf die Heidelandschaft

Start: Behringen
Ziel: Schneverdingen
Länge: 24km
Dauer: 6:00

Ich hatte es ja schon bei unserer Frühlingsetappe angekündigt, ich wollte unbedingt noch mal zur Heideblüte auf den Wilseder Berg, der höchsten Erhebung der norddeutschen Tiefebene. Diese Entscheidung bereue ich keineswegs, denn um den Wilseder Berg blüht die Heide sogar etwas. Aber es ist leider auch ziemlich voll. Unsere 24-Kilometer Etappe führt uns zunächst über das hübsche Dörfchen Wilsede. Davor wandern wir entlang des Totengrunds. Die Heidefläche gehört nicht zum Heidschnuckenweg, jedoch lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher. Wir wollen die Aussicht noch etwas verbessern und wandern zunächst auf den Holzberg mit 132 Metern. Entgegen des GPX-Tracks gehen wir östlich am Totengrund nach Wilsede. Da ist es zu dieser Jahreszeit einfach deutlich ruhiger.

Weg mit Wander und Hund in der Lüneburger Heide
Von Wilsede geht es auf typischen Wegen durch die Lüneburger Heide nach Schneverdingen

Nach dem Wilseder Berg geht es in Richtung Niederhaverbeck weiter durch die Heide. Wir passieren einige der Bienenhäuser die im Gegensatz zu unserer Frühlingstour bewohnt sind. Es gibt viel zu schauen auf dieser Tour, so dass wir uns langsam etwas ranhalten müssen. Auf dem Weg nach Schneverdingen geht’s auf dem uns schon bekannten Spitzbubenweg wieder auf schmalen Pfaden durch den Wald und später vorbei am Sylverstersee, der unseren heißgelaufenen Füßen eine willkommene Erfrischung bietet.

GPX-Track Etappe 6

Download: Etappe 6 von Behringen nach Schneverdingen

Ab Schneverdingen geht es übrigens bequem mit dem Heideexpress zurück nach Wolterdingen zu unserem Ausgangsort.

Wichtige Informationen fürs Wandern mit Hund

Mit Hund auf dem Heidschnuckenweg
Perfekter Weg für’s Wandern mit Hund

Der erste Teil dieser Wanderung ist zumindest im Sommer sehr trocken. Ab Wilsede braucht man für die Fellnase kein Wasser mehr mitschleppen, hier gibt es dank Flüsschen und Seen ausreichend Trink- und Bademöglichkeiten für den Hund. Auch sonst stellt der Heidschnuckenweg den Hund wie immer nicht vor besondere Herausforderungen. Bei dem Pensum von 50 Kilometer an einem Wochenende sollte der Hund jedoch einigermaßen vortrainiert sein.

Natürlich ist auch Lotte nach diesem Wochenende geschafft. Wir auch. Ich bleibe dabei: 50 Kilometer Flachland sind aufgrund des eintönigen Bewegungsablaufes anstrengender als Wandern in den Bergen.

Nun freuen wir uns auf buntes Laub auf unserer Herbst-Etappe auf dem Heidschnuckenweg.

zurück zur Etappenübersicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.