Fernwanderweg am Gardasee – in 5 Tagen durch die Berge

Fernwanderweg am Gardasee – in 5 Tagen durch die Berge

Wo kann man im Oktober noch relativ sicher in den Alpen wandern? Meine Antwort lautet am Gardasee! Natürlich gehört auf einem Fernwanderweg immer auch ein bisschen Glück mit dem Wetter dazu. Wir hatten es. Noch dazu bietet diese Mehrtagestour so ziemlich alles, was man sich als Fernwanderer so wünscht. Wir bewundern den riesigen Gardasee aus erstaunlichen Perspektiven, ergänzen ihn um zwei weitere bezaubernde Seen, um kulturelle Highlights und geschichtsträchtige Passagen. Wir sind einsam und abwechslungsreich unterwegs, genießen atemberaubende Aussichten und die frühherbstliche Natur.

Allerdings ist dieser Fernwanderweg am Gardasee nichts für Wanderanfänger, denn die Wanderungen sind oftmals ziemlich steil, technisch anspruchsvoll und erfordern Kondition und Trittsicherheit nicht nur vom Wanderer, sondern auch vom Hund, wenn er denn mitdarf an den Gardasee.

Tennosee auf unserem Fernwanderweg am Gardasee
Sind das noch die Alpen oder ist das schon Karibik? Der Lago di Tenno begegnet uns auf der 3. und 4. Etappe

Das Wichtigste im Überblick

Fast 20 Jahre lang war ich nicht mehr am Gardasee, aber es schien mir für Wanderungen im Oktober in den Alpen ein perfektes Ziel. Das war es auch, auch wenn mich die Trekkingtour an meine Grenzen gebracht hat. Schon auf der Hinfahrt beschlich mich das Gefühl einer Erkältung, die sich im Verlauf der Wanderung immer lauter zu Wort meldete. Wer in fünf Tagen fast 8.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg gehen will, sollte fit sein. Das ist mein Lernziel aus diesen Fernwanderweg am Gardasee. Ich habe zwei Varianten zum Nachwandern ausgearbeitet, eine mittelschwere und eine für die ganz Sportlichen.

Die schwere Variante Fernwanderweg am Gardasee

Download: GPX Gardasee Trekking schwer

Diese Variante des Fernwanderweges Gardasee umfasst einerseits auf der 1. Etappe den schwereren Weg inklusive ausgesetzten Wegen, die mit Seilen gesichert sind. Zudem gibt es hier einen Gipfel auf der 2. Etappe mehr sowie die komplette Überschreitung des Monte Baldos von Nago zur Bergstation Malcesine an einem Tag.

AusgangspunktEndpunktStreckeAufstiegAbstiegDauer
1LimoneLago di Ledro13.5km1.500m1.000m6:30
2Lago di LedroRefugio al Faggio17.1km1.564m1.171m7:30
3Refugio al FaggioLago di Tenno12km1.010m1.400m5:45
4Lago di TennoNago18.7km510m910m6:30
5NagoMalcesine17.6km2.200m670m8:00
Gesamt79km6.800m5.100m35:00

Die mittelschwere Variante Fernwanderweg am Gardasee

Download: GPX Gardasee Trekking mittelschwer

Diese etwas einfachere Variante wählt auf der 1. Etappe den leichteren Weg ohne ausgesetzte Wege, umrundet den Lago di Ledro anstatt auf den Gipfel zu steigen und teilt die letzte Etappe in zwei Teile. Dennoch hat es auch diese Tour in sich.

AusgangspunktEndpunktStreckeAufstiegAbstiegDauer
1LimoneLago di Ledro15.6km1.530m950m6:45
2Lago di LedroRefugio al Faggio13.6km1.075m790m6:00
3Refugio al FaggioLago di Tenno12km1.010m1.400m5:45
4Lago di TennoNago18.7km510m910m6:30
5NagoRefugio M. Altissimo12.5km1.830m0m7:00
6Refugio M. AltissimoMalcesine7.5km400m670m3:00
Gesamt80km6.355m4.720m35:00

Bei beiden Varianten bietet es sich an, das Auto in Malcesine abzustellen und dann mit der Fähre nach Limone überzusetzen. Endpunkt der Mehrtagestour ist die Bergstation Malcesine, so dass man dann am Auto wieder ankommt. Die erste Nacht verbringen wir übrigens in Limone, im guten Hotel Limone.


Unsere Fernwanderung am Gardasee im Video


Etappe 1 – Von Limone zum Lago di Ledro

Gleich mit der ersten Wanderung nimmt der Fernwanderweg am Gardasee so richtig Fahrt auf! Für den ersten Tag gibt es auch schon ordentlich Höhenmeter, denn egal für welche Variante man sich entscheidet, es geht weit über 1.000 Höhenmeter nach oben. Zunächst startet man entlang des Flusses S. Giovanni nur leicht bergan. Der Camino-ähnliche Weg verlässt das Örtchen Limone und Meter für Meter steigt man einsam durch die Gardaseeberge höher. Ich bin direkt hin und weg von dieser Landschaft.

Etappe 1 - Blick auf Limone
Guten Morgen Limone! Wir starten mit der aufgehenden Sonne und erfreuen uns schon nach einigen Metern an der Aussicht

Nach etwa einer Stunde zweigt rechts ein kleiner, mit gelben Flatterband markierter, Pfad ab. Wer die schwierige Variante bevorzugt muss diesen Weg gehen. Hier gibt es einige ausgesetzte Passagen, die mit Seilen gesichert sind und die dem Wanderer die eine oder andere Klettereinlage abverlangen. Nicht unbedingt perfekt fürs Wandern mit Hund, aber mit ein bisschen Hilfe, schafft auch Lotte diese anstrengende Etappe. Je höher wir kommen, desto mehr verlockt es stehen zu bleiben und den herrlichen Blick über den Gardasee zu genießen. Ein eindeutiger Vorteil der schweren Variante, führt sie doch aussichtsreich am Berghang entlang.

Aussicht auf den Gardasee
Blick zurück auf Malcesine, Endpunkt unserer Fernwanderung, und den Monte Baldo

Egal für welche Variante man sich entscheidet, beide Wege vereinen sich wieder am Prati di Guil von wo man einen traumhaften Ausblick auf den Gardasee hat. Allerdings ist man jetzt nicht mehr ganz so einsam unterwegs, da sich hier viele Wander- und Mountainbikewege treffen. Wir legen etwas unterhalb am Cima di Mughera auf 1.161 Metern eine wohlverdiente und ungestörte Pause ein – schon allein dafür hat sich der steile und anstrengende Aufstieg dieser 1. Etappe gelohnt!

Cima di Mughera am Gardasee
Ziemlich einsam – Pause am Cima di Mughera auf 1.161 Metern

Wer noch nicht genug vom Aufstieg hat, kann noch einen Abstecher zum Gipfel des Monte Carone auf 1.621 Metern machen. Da sich bei mir meine Erkältung schon meldet, verzichten wir darauf. Wir laufen an der Südseite des Monte Carone entlang, biegen an der Bocca del Fortini rechts ab und machen uns dann an den langen Abstieg hinab zum Lago di Ledro. Allerdings teilen wir uns den Weg mit einigen Mountainbikern, mit denen man am Gardasee immer rechnen muss. Nicht unbedingt etwas, was das Wanderherz erfreut, allerdings wird es die einzige Überschneidung mit den zweiradfahrenden Sportlern auf dem gesamten Fernwanderweg bleiben.

Lago die Ledro am Gardasee
Ankunft am Lago di Ledro am Ende unserer 1. Etappe

Nach etwa 6 Stunden reiner Gehzeit schaffe ich es mit letzter Kraft zu unserer Unterkunft am Lago di Ledro. Im Laufe des Abstiegs meldet sich meine Erkältung immer stärker und den Abend verbringe ich mit Fieber und Schüttelfrost im Bett. Na toll! Wir übernachten im Hotel Cima d’Oro, nicht unbedingt ein Hotel und Restaurant, was ich empfehlen würde.


Etappe 2 – Vom Lago di Ledro zum Refugio al Faggio

Im Wanderurlaub krank – es gibt Schöneres! Aber was hilft es. Es geht mir an diesem Morgen auf der 2. Etappe unseres Fernwanderweges am Gardasee etwas besser, aber nicht viel. An einen Abbruch der Tour will ich noch nicht denken, aber einen Aufstieg mit vielen hundert Höhenmetern schaffe ich auch nicht. Also nehmen wir einen einfachen Weg (Variante mittelschwer) um den Lago di Ledro, der höhehaltend auf Asphalt verläuft. Eine erste lange Pause legen wir am Westufer des Sees ein.

Wandern mit Hund am Lago di Ledro
Schön ist es auch unter am Lago di Ledro – Lotte erfreut sich an der Bademöglichkeit

Um meine Kräfte zu schonen, legen wir im Anschluss einen Teil der Tour, die sonst durch kleine, schnuckelige Ortschaften führt, mit dem Bus zurück. Ab Lenzumo steigen wir wieder in die Tour ein. Plötzlich fühlen wir uns nicht mehr wie in Italien. Zauberhafte Almen, die viel mehr an Südtirol oder Österreich erinnern, verschaffen uns ein richtiges Alpenfeeling. Wir laufen auf dem Algrundnaturweg vorbei an Almen und durch den Wald. Schön ist’s hier!

2. Etappe des Gardasee-Fernwanderweges
Sind wir noch in Italien? Herrliche Landschaft bezaubert uns auf dem Weg zum Refugio al Faggio

Der Weg ist nicht besonderes anspruchsvoll, aber dennoch empfehlenswert. Wir sind bereits gegen Mittag am Refugio al Faggio, was mir bzw. meiner Erkältung genügend Erholung verschafft. Denn es kann kaum einen besseren Ort geben zu genesen, als hier. Ein so liebevoll eingerichtetes Refugio bzw. Hotel habe ich noch nicht erlebt. Hier stimmt einfach alles und die Sonne scheint auch noch.

Refugio am Gardasee
Traumhaft gelegen, sehr ruhig und sehr freundliche Gastgeberinnen, das Refugio al Faggio ist perfekt

Wer sich übrigens für die schwere Variante an diesem Tag entscheidet, muss einiges an Höhenmetern hinter sich legen. Er wird aber auch mit einer wohl ziemlich perfekten Aussicht vom Cima Pari auf knapp 2.000 Metern über den Lago di Ledro belohnt. Hier steht sogar ein Gipfelkreuz für die Gipfelstürmer.


Etappe 3 – Vom Refugio al Faggio zum Lago di Tenno

Tag drei unserer Gardasee-Trekkingtour ist ebenso anstrengend wir schön, denn plötzlich ist es – passend zur Erkältung – Herbst geworden. Ich bin langsam unterwegs, aber die Kondition ist wieder besser und ich kann die Etappe, die bei der schweren und mittelschweren Variante gleich ist, komplett gehen. Zunächst geht es ein Stück den Weg zurück, ehe man links abzweigt und den Aufstieg zur Bocca di Trat auf 1.581 Metern beginnt. Ein paar Meter weiter erhebt sich aus den Nebelschwaden das Refugio N. Pernici, unser Ziel für die Mittagspause.

Bocca di Trat am Gardasee
Herbst auf der Bocca di Trat – buntes Laub und eine geheimnisvolle Nebelstimmung

Ich begnüge mich auf dem Refugio mit einer leckeren Suppe und einem heißen Tee, ehe es auf einem schmalen Weg entlang eines Berghanges zunächst höhehaltend weiter geht. Der Weg ist technisch etwas anspruchsvoller und man sollte sich nicht an den angegebenen Wegzeiten orientieren. Während wir in Deutschland, Österreich und auch Südtirol immer deutlich schneller als angegeben unterwegs sind, brauchen wir hier fast ein Drittel mehr Zeit. Das mag an den abgegangenen Lawinen liegen, die den Weg teilweise zerstört haben und die ein oder andere Klettereinlage einfordern.

Fernwanderweg mit Blick auf den Gardasee
Blick hinüber zum Gardasee, der sich auf diesem Bild im Nebel versteckt – trotz Herbststimmung ein Traum!

Toll an diesem Hangweg – wenn man denn seinen Blick vom schmalen Pfad abwenden kann – ist die Aussicht. Ganz entfernt sieht man den Nordteil des Gardasees und Riva del Garda. Im Rücken hat man bei dieser Aussicht schroffe Felsen, die in Nebel gehüllt sind. Wieder einmal sind wir allein auf diesem Traumweg unterwegs, der ausnahmsweise sogar ausgesprochen gut markiert ist. Lediglich unzählige etwas träge Feuersalamander kreuzen unseren Weg.

Nach Erreichen eines Grashangs machen wir uns an den Abstieg zum Lago di Tenno. Der Abstieg auf Geröllwegen ist zäh und will kein Ende nehmen. Aber hin und wieder blitzt der türkisblaue See, der eher an Karibik denn an Alpen erinnern, aufmunternd durch die Bäume.

Lagosee am Gardasee
Lago di Tenno – Was eine Perle in den Gardaseebergen!

Während wir noch am Vortag die freundlichen Italiener erlebt haben, soll sich am Ende dieser dritten Etappe unseres Fernwanderwegs am Gardasee das Blatt wenden. Im Hotel Garnì Al Laghet sind die Zimmer und das Essen in Ordnung, das Personal mag aber wohl keine wandernden Touristen. Aber nach einer solchen Tour denkt man ohnehin nur noch ans Schlafen gehen.


Etappe 4 – Vom Lago di Tenno nach Torbole-Nago

Während dieser 4. Etappe unserer Mehrtagestour wird es kulturell. Nachdem wir am Morgen noch kurz den Lago di Tenno aus nächster Nähe bestaunen, geht es im Anschluss auf kleinen Verbindungspfaden durch wunderschöne, alte italienische Ortschaften. Ich bin wirklich mehr als positiv überrascht, denn in meiner Vorstellung hatte ich an Asphaltwanderungen gedacht. Aber nein, die kleinen, schmalen Pfade führen durch die Natur, lediglich der Stadtlärm erinnert uns daran, wie nah wir der Zivilisation eigentlich sind.

Kulturelle Highlights am Gardasee
Gleich hinter dem Tennosee liegt auf unserem Fernwanderweg die kleine Ortschaft Canale di Tenno

Stetig steigen wir weiter hinab bis nach Tenno und genießen wie der Gardasee immer näher rückt. Wir schlängeln uns entlang der westlichen Gardaseeberge durch den Wald und halten immer wieder an schönen Aussichtspunkten inne. Kurz vor den letzten Höhenmetern hinab eröffnet uns unser Fernwanderweg einen wunderbaren Blick über Riva del Garda und den in der Sonne glitzernden Gardasee.

Nachdem wir uns in Riva gestärkt haben. müssen wir entlang des Nordufers des Gardasees bis nach Torbole laufen. Der Marsch zieht sich etwas und gleicht eher einem Flanieren an der Strandpromenade. Dann geht’s 200 Höhenmeter hinauf nach Nago-Torbole. Der letzte Aufstieg an diesem Tag eröffnet uns noch einmal einen Panoramablick über den Gardasee mit Blick auf die Berge, die wir schon bezwungen haben. Was gibt es am Ende einer Tagesetappe Schöneres?

Der Fernwanderweg am Gardasee passiert Riva del Garda
Von Riva del Garda blicken wir vom Norden in den Süden des Gardasees – ein Ende ist nicht in Sicht

Wir übernachten an diesem Tag im eigentlich sehr guten Hotel Garda Hotel Forte Charme, dessen Personal an Freundlichkeit nicht zu überbieten ist. Wir können problemlos unser Frühstück in ein Lunchpaket umwandeln, erhalten eine Wanderkarte geschenkt und auch die Zimmer sind super. Allerdings bekommen wir ein Zimmer, dass sich im Laufe des Tages nicht nur immens aufgeheizt hat, sondern auch nur über ein Balkonfenster zum Lüften verfügt. Dieses geht auch noch hinaus zur öffentlichen Terrasse. Auch unserer Lotte ist in der Nacht ziemlich warm. Also wird es eine schlaflose Nacht, in der ich immer wieder den Hund einfange, denn die Klimaanlage funktioniert ebenfalls nicht. Da gibt’s Verbesserungsbedarf.


Etappe 5 – Von Torbole-Nago nach Malcesine

Diese letzte Etappe bei unserer Mehrtagestour am Gardasee sollte unsere Königsetappe werden, auf der wir den Monte Baldo, den wohl bekanntesten Bergkamm des Gardasees, bezwingen wollten. Der Plan war anspruchsvoll aber gut: von Nago-Torbole sollte unsere Wanderung über den Monte Altissimo gehen und an der Bergstation Malcesine enden. 2.200 Höhenmeter hoch, 700 hinab und knapp 20 km sollte unsere die Wanderung umfassen. Doch nach einer schlaflosen Nacht und mit einer Erkältung, die eine Ebene tiefer in die Lungen gerutscht ist, kein machbares Unterfangen.

Vorweg: Nur die ganz Sportlichen sollten diesen Weg am Stück gehen, für alle anderen ist allein der Aufstieg zum Refugio Altissimo für eine Tagesetappe anstrengend genug.

Blick auf den Gardasee
Guten Morgen Gardasee! Unsere letzte Etappe startet mit den ersten Sonnenstrahlen gegen 7:00

Doch von Anfang an: Bis zum Monte Altissimo, einem der mit 2.079 Metern höheren Gipfel des Monte Baldos, sind es etwa 1.800 Höhenmeter am Stück im Aufstieg. Schon in guter körperlicher Verfassung etwas, dass hintenraus zäh wird. Allerdings stellt dieser Wanderweg auch Ansprüche an die mentale Verfassung. Denn der Aufstieg verläuft etwa 1.500 Höhenmeter lang nur auf gerölligen Wegen durch den Wald und ohne Aussicht.

Fernwanderweg am Gardasee
Eine der wenigen Ausblicke während des Aufstiegs zum Monte Altissimo am Gardasee

An diesem Tag hatte ich weder die körperliche noch die mentale Verfassung, um den Weg zu schaffen. Ich war kurzatmig und überhaupt nicht fit, bellte sozusagen tiefer und lauter als mein Hund und müde war ich auch noch. Meinen Verstand erreicht diese Botschaft jedoch erst nach 1.300 Höhenmetern, die ich im Schneckentempo fluchend hinter mich brachte. Es war klar, dass wir bei meinem Tempo niemals die letzte Talfahrt nach Malcesine schaffen würden. Also brachen wir die Tour ab und stiegen schweren Herzens die 1.500 Meter wieder hinab bis zum Gardasee.

Blick vom Monte Baldo auf Malcesine
Blick auf den Endpunkt unseres Fernwandweges am Gardasee: Malcesine

Da wir zwei Tage später die Wanderung noch von der anderen Seite fast beendeten, kann ich dennoch über den Weg berichten: Der Teilabschnitt von Nago bis zum Monte Altissimo ist ein geschichtsträchtiger Abschnitt, der auf dem mit einem Adler markierten Friedensweg (Sentiero della Pace) verläuft. Der etwa 500 Kilometer lange Höhenweg verläuft an der ehemaligen italienisch-österreichischen Frontlinie des Ersten Weltkriegs und man passiert immer wieder alte Höhlen, Schützengräben und andere historische Hinterlassenschaften. Und so überrascht es auch nicht, dass die Grenze Trentino-Südtirol zu Venetien genau auf dem Monte Baldo verläuft.

Monte Altissmimo am Gardasee
Blick auf den Monte Altissimo, auf dem sich unzähliche geschichtliche Überreste aus dem 1. Weltkrieg finden

Vom Monte Altissmio, auf dem ein ansprechendes Refugio thront, hat man darüber hinaus traumhafte Ausblicke auf den Gardasee sowie auf die westlichen Berge. Spätestens ab hier kann man die Aussicht und den Weg vollkommen genießen. Er ist aussichtsreich und auch von der Wegbeschaffenheit für Gardasee-Verhältnisse sehr gut. Hinab nach Malcesine geht es dann mit der Gondel.

Fernwanderweg am Gardasee
Den Monte Altissimo doch noch bezwungen – Aussicht auf den nördlichen Gardasee und Riva del Garda

Fernwanderweg am Gardasee – mein Fazit

Ehrlicherweise hat mich unser selbstgeplanter Fernwanderweg am Gardasee mehr als positiv überrascht! Auch wenn die Wanderwege an einigen Stellen zu wünschen übrig lassen und man sicher beispielsweise in Südtirol bessere Wege findet. Allerdings ist man dort auch nie so einsam unterwegs wie am Gardasee. Landschaftliche, kulturelle und historische Highlights machen den Weg äußerst abwechslungsreich, die Aussichten sind famos. Das Wetter im Herbst ist traumhaft.

Monte Baldo am Gardasee
Morgenstimmung am Monte Baldo, ein Highlight!

Jedoch muss man auch einige Dinge beachten. Die Wanderwege sind teilweise sehr steil und geröllig. Auch die angegebenen Zeiten auf den ohnehin spärlichen Beschilderungen sind nur mit Vorsicht zu genießen. Wandern mit Hund ist hingegen relativ problemlos möglich. Die Refugios haben auf uns einen guten Eindruck hinterlassen.

Mehr zu diesen Punkten erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag übers Wandern in den Gardaseebergen. Eine Video-Doku kommt natürlich auch noch.


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4 Gedanken zu „Fernwanderweg am Gardasee – in 5 Tagen durch die Berge

  1. Toller Bericht, schön ausgearbeitete Touren und klasse Fotos!! Steckt viel Arbeit drin…nicht nur beim Wandern. Richtig schön gemacht, liebe Romy. Ich wünsch Euch noch viele wundervolle gemeinsame Touren »im Rudel«. Herzliche Grüsse Petra (& Herr Monet, der vierpfötige Alpenbezwinger)

    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, Petra. Ich freue mich sehr über das Lob, denn du hast natürlich Recht, da steckt viel Zeit und Herzblut in einem solchen Artikel.
      Liebe Grüße – auch an den Herrn Monet (cooler Name!)

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