Meraner Höhenweg die Etappen und Highlights

Meraner Höhenweg die Etappen und Highlights

Der Moment als ich meine leicht muffelnden Wanderschuhe in unserer Ferienwohnung ausziehe, ist traumhaft. Ich weiß es zwar zu diesem Zeitpunkt nicht exakt, aber fühlen tue ich es sehr wohl: 105 Kilometer, mehr als 6.000 Höhenmeter hoch und wieder runter sowie 40 Stunden reine Wanderzeit in einer Woche stecken in meinen Knochen. Macht netto knapp 200.000 Schritte, inklusive Verlaufen. Ja, ich bin auch selbst ein bisschen Schuld, weil ich ja unbedingt noch zwei klitzekleine Gipfelabstecher machen musste. Aber das Beste ist: Ich würde es sofort wieder machen. Denn nahezu jeder Schritt auf dem Meraner Höhenweg hat sich gelohnt!

Hier gibt’s Wichtiges zur Anreise, die Varianten, GPX-Traks für die Gipfelstürmer und die Beruteilung unserer Hütten.


Meraner Höhenweg – Anreise und Einstiege

Im Prinzip kann man auf nahezu jeder Etappe in den Meraner Höhenweg einsteigen und damit auch wieder aussteigen. Das bietet natürlich alle Sicherheit, falls man unterwegs unter Umständen die Tour abbrechen muss. Lediglich im Norden zwischen Mitterkaseralm und Pfelders gibt es keine Möglichkeit in die Hüttenwanderung einzusteigen. Ich persönlich fand den Einstieg im Süden eigentlich ganz angenehm. Man beginnt und endet sozusagen auf der Sonnenseite der Texelgruppe. Die meisten Wanderer steigen in Dorf Tirol mit der Seilbahn nach Hochmut in den Meraner Höhenweg ein. Einige auch von Partschins mit der Texelbahn zum Giggelberg. Zudem gibt’s noch die Gondel von Naturns bis Unterstell.

Korblift Südtirol Anfahrt Meraner Höhenweg
Mit dem Vellauer Korblift hinauf zum Meraner Höhenweg geht auch mit Hund

Wir aber entscheiden uns für eine nostalgische Variante! Zwischen Hochmut und Giggelberg gibt es nämlich einen weiteren Lift, der fast direkt bis zum Meraner Höhenweg führt. Der Vellauer Korblift, eine luftige Variante für einigermaßen Schwindelfreie. Ein Erlebnis! Unsere erste Nacht verbringen wir in der Leiteralm von wo aus wir am nächsten Tag unsere erste Etappe starten wollen. Hier werden wir auch am letzten Tag wieder ankommen.


Meraner Höhenweg – Etappe 1 – Leiteralm zum Giggleberg


Länge:
11km, 580 Höhenmeter hoch, 530 runter, reine Gehzeit: 4:00

Highlights: Hohe Wiege und Wasserfall oberhalb der Nassreithütte

Nein, der Meraner Höhenweg braucht überhaupt keine Anlaufzeit, um uns zu begeistern. Gleich die 1. Etappe von der Leiteralm zum Giggelberg war ein echtes Highlight! Wir wandern sozusagen über den Dächern von Meran, auf das wir anfangs fasziniert zurückschauen können.

Aussicht genißen beim Wandern Meraner Höhenweg
Blick in Richtung Meran – ein Traum!

Auch wenn’s nur vier Stunden Gehzeit waren, diese 1. Etappe sollte man nicht unterschätzen. Vor allem, wenn man untrainiert aus dem Flachland kommt. Bei mir ist’s immer so, dass ich mir die letzte Kondition auf dem Berg hole und so zwei Tage brauche, um mich an die Höhenluft zu gewöhnen. Deshalb ging’s für mich gleich ordentlich zur Sache. Dennoch war es eine super Tour zum Einlaufen. Der sonnige Süden hält, was er verspricht. Es ist schön mollig warm, geht aber glücklicherweise auch viel durch den Wald.

Unsere erste Pause auf der hohen Wiege bei 1.800 Meter genießen wir daher bei Sonnenschein und mit traumhafter Aussicht. Auch sonst sind wir sehr angetan von dieser 1. Etappe. Unsere Füße mögen die abwechslungsreichen Wege und unsere Augen erspähen ein Bergpanorama nach dem nächsten. Zudem ist es sehr wasserreich auf dieser Tour und die vielen Wasserfälle gefallen nicht nur dem Hund! Wenn ihr an der Nassreithütte seit und eure Beine schon schwer sind, ignoriert sie! Geht ein paar Meter hinauf und es wird mit dem wohl beeindruckendsten Wasserfall auf dem ganzen Weg belohnt. Gleich auf dieser Etappe sehe ich sogar ein Murmeltier, perfekter geht es nicht.


Meraner Höhenweg – Etappe 2 – Giggleberg nach Katharinaberg


Länge:
15,0 km, 705 Höhenmeter hoch, 710 runter, reine Gehzeit: 5:30

Highlights: Das Ende der 1000-Stufen-Schlucht, Hängebrücken, der 1. Blick ins Schnalstal

Auch auf der 2. Etappe werden wir mit allerbesten Wanderwetter begrüßt. Wenn es auch im Laufe des Tages extrem heiß wird, da die Strecke schon arg in der Sonne liegt und es leider auch nicht mehr so viele Wasserfälle gibt. Verzaubert werden wir jedoch mit einem Wechsel der Aussicht. Kurz nach Innerhütt blicken wir noch einmal zurück ins Vinschgau ehe sich das zauberhafte Schnalstal vor uns aufbaut.

Schnalstal in Südtirol
Blick auf Katharinaberg im Schnalstal, das wohl schönste Tal am gesamten Meraner Höhenweg

Aber von Anfang an: Bei etwas trübem Wetter, dass glücklicherweise rasch von Sonnenschein abgelöst wird, starten wir von Giggelberg nach Katharinaberg unsere 2. Etappe. Nach dem Einlaufen erreichen wir die gefürchtete Schlucht der 1.000 Stufen. So recht erschließt sich mir das mit den 1.000 Stufen aber auch beim zweiten Mal Queren der Schlucht nicht. Ich zähle fleißig zumindest die Stufen nach oben. Bei aller Fantasie sind es aber nicht mehr als 400. Vielleicht, weil es mittlerweile eine Hängebrücke gibt, die einige der Stufen erspart? Eventuell auch, weil man eigentlich nie so genau weiß wo die Schlucht beginnt und wo sie endet. Es scheint auch nicht die eine Schlucht zu geben, sondern es sind insgesamt sogar drei Auf- und Abstiege, die es zu bewältigen gilt. Egal, wenn ihr bei der zweiten Hängebrücke seid, habt ihr’s geschafft.

Luftige Hängebrücke Südtirol
Insgesamt drei Hängebrücken gibt’s auf dem Meraner Höhenweg

Während der Atemzustand bei Stufe 0 übrigens ausgezeichnet ist, bin ich bei Stufe 200 schon mal ordentlich durchgeschwitzt und etwas kurzatmig. Nach der 400sten Stufe schreit mein Körper nach Pause. Gut, das hier eine Bank zum Verweilen einlädt. Wer noch kann, sollte bis zum Pirchhof gehen und dort sein verdientes, kaltes Getränk zu sich nehmen – hier ist es einfach herrlich.

Dann geht es weiter auf dem Meraner Höhenweg Richtung Katharinaberg und wir erfahren hautnah warum das hier Sonnenberg heißt. Der Weg ist zwischenzeitlich extrem heiß, da er kaum im Schatten verläuft. Dadurch ist es wahrlich beschwerlich bei diesem hochsommerlichen Wetter. Nachdem wir sozusagen rechts ins Schnalstal abgebogen sind und wir uns an diesem tollen Anblick auf Katharinaberg gewöhnt haben, geht die Etappe zum Endspurt über. Wer nicht wie ich den Fahler macht und sich auf dem gut beschilderten Meraner Höhenweg verläuft – Unterversant-Hof und Untervernatscht-Hof klingen aber auch ähnlich! – braucht jetzt noch etwa eineinhalb Stunden bis Katharinaberg.


Meraner Höhenweg – Etappe 3 – Katharinaberg zum Eishof


Länge:
11,2km,  740 Höhenmeter hoch, 170 runter, reine Gehzeit: 4:00

Highlights: Gasthaus Jägerrast, der Blick aufs Eisjöchl im untergehenden Sonnenlicht

Eine kurze, aber knackige Etappe steht an diesem 3. Tag auf dem Meraner Höhenweg an. Vom Untervernatscht Hof geht’s die ersten vier Kilometer relativ eben zunächst entlang von Almwiesen und später durch einen wunderschönen, urigen Wald in Richtung Norden.

Kühe am Meraner Höhenweg
Entlang zauberhaft blühender Almwiesen startet diese 3. Etappe auf dem Meraner Höhenweg

Nachdem wir eine recht frische Gerölllawine ohne Schaden queren und den Wald hinter uns gelassen haben, beginnt ein zäher, kräfteraubender Anstieg in Richtung Jägerrast. Mit jedem Meter den wir nach oben gehen, wird die Aussicht zurück auf das Schnalstal immer beeindruckender. Das ist eben der Vorteil steiler Wege, man gewinnt wirklich zügig an Höhe. Während wir bei der 2. Etappe mit dem Wetter Glück hatten und sich dort die Wolken im Tagesverlauf lichteten, ist’s heute umgekehrt. Es zieht sich immer mehr zu und kurz vorm Eishof nehmen wir noch einen ordentlichen Platzregen mit.

Wandern auf dem Meraner Höhenweg
Sonne am Abend: Kaum zu glauben, dass wir am Eishof im strömenden Regen angekommen sind

Aber zurück zum Anstieg. Nach dem die letzte steile Stufe hinauf in Richtung Jägerrast genommen ist, haben wir uns eine Pause an diesem wunderbaren Ort mehr als verdient. Eine Gastwirtschaft wie aus dem allerbesten Bilderbuch. Üppige Blumenstauden zieren die rustikale Holzfassade im Hintergrund leuchten Almwiesen vor schroffen Bergen. Wie auf einer Postkarte – nur halt in echt. Etwas weniger steil ist dann unser Schlussanstieg hinauf zum Eishof. Leider verpassen wir es um einen Regenguss, im Trockenen dort anzukommen. Aber am Abend kommt die Sonne wieder und erlaubt uns einen Blick hinauf zum Eisjöchl, dem höchsten Punkt auf dem Meraner Höhenweg, den wir auf unserer nächsten Etappe passieren. Einfach traumhaft, wie diese Berge von den letzten Sonnenstrahlen angeschienen werden!


Die Hüttentour im Video


Meraner Höhenweg – Etappe 4 – Eishof nach Pfelders


Länge:
17,8 km, 830 Höhenmeter hoch, 1.300 runter, reine Gehzeit: 6:00

Highlights: Eisjöchl, Eisjöchl, Eisjöchl

Zwar haben wir an diesem Tag wohl nicht das beste Wetter erwischt, aber diese Tour wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Schroff, kalt, karg und dennoch beeindruckend. Der Weg hinauf zum Eisjöchl mit knapp 3.000 Metern ist weniger anstrengend, als wir es alle erwartet haben. Der Weg ist zwar lang, aber nur mäßig steil und erfordert lediglich ein wenig Trittsicherheit und Kondition. Letztere sollte man sich aber am 4. Tag auf dem Berg eigentlich erarbeitet haben.

Schon kurz  hinter dem Eishof beginnt übrigens die lustige Murmeltier-Schau! Ich habe noch nie so viele Murmeltiere gesehen, also, eigentlich habe ich noch gar keins vor dem Meraner Höhenweg gesehen. Ich höre übrigens bei 30 auf zu zählen. Vielleicht lag es am Hund, dass sie Warnrufe gepfiffen haben, zumindest haben wir hinauf zum Eisjöchel ständiges Pfeiffen gehört – vielleicht hat ihnen auch mein Wanderrock gefallen ;-).

Während es am Eishof noch satte, grüne Wiesen gab, wird es hier mit jedem Meter nach oben karger und schroffer. Es rauschen Wasserfälle, Lotte freut sich über geworfene Schneebälle. Wolken wabbern durch die Berge und umhüllen die Spitzen der Gipfel. Unter unseren Schuhen knirscht der Schnee und schon wieder pfeift uns etwas hinterher.

Eisjöchl, Pass am Meraner Höhenweg
Ich genieße den Blick am Eisjöchl, zu Füßen liegt mir ein halb gefrorener See

Nach einer Stärkung in der Stettiner Hütte machen wir uns auf dieser langen Tour an den Abstieg in Richtung Pfelders. Uns ist es vergönnt, es bei Sonnenschein zu sehen und immer wieder fängt es an zu regnen. Aber es wird wieder grüner und zufriedene Almkühe bimmeln uns den Weg zurück in die Zivilisation.


Meraner Höhenweg – Etappe 5 – Pfelders zum Christlhof


Achtung:
Wir wandeln die Tour etwas ab!

Länge: 17,4 km, 733 Höhenmeter hoch, 1.209 runter, reine Gehzeit: 6:00

Unsere Variante: 18,5 km,  921 Höhenmeter hoch, 1.398 runter, reine Gehzeit: 6:30

GPX-Track für die Variante: GPX-Track – Variante zur 5. Etappe

Highlights: Matatzspitz bei der Variante

Natürlich hat es jede Etappe nach einer solchen 4. Etappe schwer. Hätten wir unsere Wanderung vielleicht in Pfelders gestartet, wären wir eventuell ganz begeistert gewesen, jetzt sind wir halt “nur” normal begeistert. Pfelders liegt in einem malerischen Tal, aber die Wegführung des Meraner Höhenwegs ist vielleicht nicht ganz ideal. Es geht schon ziemlich viel neben und manchmal auch auf der Straße entlang.

Gebirgsfluss im Passeiertal
Tolle Almwiesen in Pfelders mit Blick zurück in Richtung Eisjöchl

Wir entscheiden uns daher kurz vor Ulfas nach Süden abzubiegen. Hier geht es zwar ein gutes Stück entlang einer kaum befahrenen asphaltierten Straße, aber das ist für das was noch kommt zu verschmerzen. Wir wandern zunächst bis zur Ulfaser Alm. Hier trennt sich nach einer Rast unsere 4er-Gruppe. Zwei wandern den schönen Matatzer Waalweg weiter, von dem sie dann in Richtung Christlhof abbiegen. Die letzte halbe Stunde ist’s ziemlich steil, aber der Abstecher lohnt!

Wandern zur Matazspitz
Beim Abstieg von der Matatzspitz blicke ich auf den vor uns liegenden Bergkamm

Ich mache hingegen einen Abstecher zur 2.179 hohen Matatzspitz. Der Anstieg ist steil, aber auch dieser anspruchsvollerer Abstecher zahlt sich aus. Da der Berg recht exponiert steht, hat man eine bombastische Sicht! Selbst an diesem etwas trüben Tag können wir bis nach Meran und in drei Täler schauen. Echt empfehlenswert als Variante für diese 5. Etappe des Meraner Höhenwegs! Der Abstieg entlang des Bergkamms zum Christlhof war zwar tierisch steil aber ebenfalls echt traumhaft. Wie eine Halbglatze, oben kahl und rechts und links stehen Bäume, sieht dieser Bergkamm aus.


Meraner Höhenweg – Etappe 6 – Christlhof zum Brunner (Vernuer)


Achtung:
Wir wandeln die Tour etwas ab!

Länge: 14,1 km, 684 Höhenmeter hoch, 732 runter, reine Gehzeit: 5:00

Unsere Variante: 18,9 km, 1538 Höhenmeter hoch, 1.586 runter, reine Gehzeit: 8:30

GPX-Track für die Variante: GPX-Track – Variante zur 6. Etappe

Highlights: Sattelspitz bei der Variante, Wiedersehen Meran

Diese mittellange 6. Etappe wird eigentlich erst gegen Ende wirklich richtig schön. Eine sehr asphaltlastige Etappe. Toll ist natürlich der Moment, wenn man sozusagen um die Ecke biegt und wieder ins vertraute Etschtal blickt – und das auch noch bei herrlichstem Sommerwetter.

Passeiertal am Meraner Höhenweg
Blick ins Passeiertal beim Aufstieg auf die Sattelspitz

Da das ja bei der Etappe zuvor so gut mit dem Gipfel geklappt hat, entscheiden wir uns bei der Pause in Magdfeld, doch noch über die Sattelspitz zu gehen. Das macht jedoch gleich mal 800 Höhenmeter hoch und runter mehr aus, daher sollte man rechtzeitig starten. Zumal der Auf- und Abstieg wohl das steilste war, was ich je gelaufen bin. Gefühlt marschieren wir nahezu senkrecht nach oben. Ehrlich! Es gibt so steile Grashänge, da brauche ich wirklich meine Hände, um den Halt nicht zu verlieren.

Wandern zur Sattelspitz Merane rLand
Fast so schön wie Fliegen – auf der Sattelspitz ist’s wirklich toll

Am Fiechtjochl, nur ein paar Höhenmeter unterhalb der Sattelspitze schmeiße ich mich schließlich erschöpft auf die Wiese und lasse mir von der prallen Sonne meine durchgeschwitzten Sachen trocknen. Erst im Anschluss merke ich, wie traumhaft es hier ist! Und einsam obendrein! Nicht eine Menschenseele treffen wir. Der Himmel ist tiefblau, bunte Blumen duften und bei der Aussicht hat man das Gefühl, über allem zu stehen – hier oben ist die Welt noch in Ordnung. Wenn da nicht noch der Abstieg wäre. Denn der steht dem Aufstieg in Sachen Steilheil in nichts nach. Auf den letzten 200 Höhenmetern gibt’s für meine Wanderpartnerin die “fluchende Romy” gratis obendrauf.


Meraner Höhenweg – Etappe 7 – Brunner (Vernuer) zur Leiteralm


Länge:
11,5 km, 774 Höhenmeter hoch, 577 runter, reine Gehzeit: 4:45

Highlights: Vertraute Aussichten

Mögliche Varianten: Mutkopf (+1,4km +/-200hm + 1,5h) / Pfitschkopf (+ 7km +/-700hm + 4h)

Ach, jetzt, auf dieser 7. und letzten Etappe gibt der Meraner Höhenweg noch mal alles! Los ging’s mit ziemlichen schweren Beinen vom Gasthaus Brunner bis zur Leiteralm. Irgendwie war die Tour wirklich noch mal ordentlich anstrengend. Vielleicht, weil wir es nicht erwartet haben, vielleicht, weil wir die Mordstour von gestern noch in den Knochen hatten, vielleicht, weil es tierisch heiß war oder vielleicht, weil nach sieben Tagen Wandern auch einfach mal die Luft raus ist.

Fluss beim Wandern
Es gibt wieder mehr Wasser auf dieser Etappe des Meraner Höhenwegs

Es ging auf wirklich schönen, steilen Wanderwegen mal durch den Wald, mal über Wiesen und nur ganz selten über Asphalt. Immer wieder eröffnet sich eine tolle Sicht nach Meran. Auch diesen vielen tollen Wasserfällen und kleinen Bächen begegnen wir wieder. Ein wirklich toller Abschluss eines ohnehin sehr begeisternden Weges. Auch, wenn mir diese Etappe wirklich schwerfiel und ich sehr froh war, als wir sie geschafft haben.

Der Letzte Teil des Weges von Hochmut zur Leiteralm geht übrigens über den sehr schönen Hans-Frieden-Felsenweg. Wir gehen diesen im Rahmen einer Tageswanderung und entscheiden uns an diesem Tag für den Vellauer Felsenweg.


Hütten und Unterkünfte

Ich erwähnte es schon: Die Südtiroler haben wirklich wunderbare Hütten. Jede einzelne hat auf ihre eigene Art ein besonderes Flair. Da wir ja bekanntlich nicht so große Fans von Matratzenlagern und Mehrbettzimmern sind, gönnen wir uns, wenn möglich, auch ein Doppelzimmer – manchmal sogar mit eigenem Bad! Auf Matratzenlager kann man am Meraner Höhenweg gänzlich verzichten, das ist mir schon sympathisch.

Hütte am Meraner Höhenweg
Im Gasthaus Jägerrast haben wir nicht übernachtet, nur pausiert – eine Hütte aus dem Bilderbuch

Das waren unsere Hütten, die alle fast direkt am Meraner Höhenweg liegen. Allesamt gingen problemlos auch mit Hund!

Leiteralm 4* von 5*
Wir sind die Glückskinder an diesem Tag und bekommen das einzige Doppelzimmer mit Balkon. Eine alte, urige Hütte mit tollem Essen.

Giggleberg 2* von 5*
Die wohl schlechteste Hütte auf dem Meraner Höhenweg für uns. Die Bedienung ist zwar herrlich kodderich aber mit der Sauberkeit haben sie’s dort nicht so. Das Essen schmeckt zwar, aber wir liegen auf alten, abgewohnten Matratzen im alten Teil des Giggelbergs, sozusagen zwischen Bügelbrett und Küche. Andere Wanderer, die wir unterwegs treffen, haben mehr Glück. Sie übernachten in einem einigermaßen ordentlichen Zimmer im Keller. Bei verschiedenen Wanderern ist immer das gleiche zu hören: Das geht besser.

Untervernatscht Hof 3* von 5*
Vorweg: die wohl urigste Hütte auf unserem Weg. Die Hütte in der Nähe von Katharinaberg stammt von 1593! Entsprechend tief sind die Decken und alles knarrt und quietscht. Von daher wirklich ein echtes Erlebnis, auch wenn der Hüttenwirt etwas gewöhnungsbedürftig ist und die Biere, die die Wanderer angeblich nicht bezahlen, wohl selber verzehrt hat. Da wir hier zwei Nächte bleiben, schließen wir unseren Frieden mit ihm. Spätestens als er sich Sorgen um uns macht, weil wir es nicht rechtzeitig vor dem Gewitter bei unserem Tagesausflug zurück in die Hütte schaffen, hat er sich einen Platz in unserem Herzen verdient.

Eishof 5* von 5*
Eine fantastische Hütte! Schöner können nur Hütten auf einem Gipfel sein. Von Bergen eingerahmt, modern aber traditionell eingerichtet und ein leckeres Essen. Ein klitzekleines Bisschen Herzlichkeit fehlt vielleicht, aber das mag so sein, wenn man Gäste beherbergt, die letztendlich nur eine Nacht bleiben. Der Eishof bleibt uns in sehr, sehr guter Erinnerung.

Eishof in Südtirol
Eishof – die wohl schönste Unterkunft am Meraner Höhenweg

Dicknterhof 4* von 5*
Tolle Zimmer, eine sehr freundliche Vermieterin und auch sonst stimmt hier in Zeppichel bei Pfelders alles! Sogar ein eigenes Bad und einen Balkon haben wir. Wir essen nebenan im Gasthaus Zeppichel und treffen bekannte andere Wanderer. Das Essen ist prima, grenzt aber an Völlerei.

Christelhof 4* von 5*
Ein bisschen chaotisch ist’s im Christelhof. Aber die Zimmer sind in Ordnung und das Essen schmeckt. Der Hüttenwirt nimmt sich am Abend auch Zeit an jedem Tisch ein kleines Pläuschen zu halten, das macht es sehr familiär hier. Achtung: E-Mails sind nicht so gängig, ruft besser direkt an, wenn ihr buchen möchtet.

Gasthaus Brunner 5* von 5*
Eine wirklich fantastische Lage haben unsere Doppelzimmer mit Balkon. Wir schweben sozusagen direkt über dem Tal. Ein hervorragendes Essen und ein ausgesprochen herzlicher Wirt, der sich wirklich für jeden Wanderer Zeit nimmt und echtes Interesse entgegen bringt, das ist ohnehin unbezahlbar!

Oberplatzer 5* von 5*
Unsere Ferienwohnung von der wir die letzten Tage Tageswanderungen unternehmen, ist nahezu perfekt. Eine sehr freundliche Vermieterin, eine traumhafte Ferienwohnung und den besten Kaiserschmarrn auf dem gesamten Höhenweg gibt’s auch noch – was will man mehr, um einen nahezu perfekten Wanderurlaub ausklingen zu lassen?


Wandern Meraner Land

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Hund Südtirol

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11 Gedanken zu „Meraner Höhenweg die Etappen und Highlights

  1. Ach wie schön, da werden Erinnerungen wach! Wir sind vor zwei Jahren mit unserem Hund den Meraner Höhenweg gegangen und haben fast die gleichen Etappen gewählt. Wir sind allerdings in Pfelders gestartet, so hatten wir die eher nicht so schönen, asphaltlastigen Abschnitte am Anfang erledigt 😉 Ja, der Giggelhof – diese Übernachtung habe ich auch in ganz schlechter Erinnerung. Die Zimmer im Keller sind ebenfalls eine Katastrophe, fand ich. Aber alle anderen Hütten: Top! Wenn du mal in meine Berichte reinlesen möchtest: https://anwolf.blog/2016/09/02/wenn-es-nacht-wird-in-den-bergen-teil-2-meraner-hoehenweg/
    Liebe Grüße von Andrea

    1. Hallo Andrea,

      danke für deinen Kommentar, na das unterstreicht ja gleich, was ich geschrieben habe 😉 Ich lese mir gern mal deine Berichte in Ruhe durch, bin schon gespannt!

      Liebe Grüße
      Romy

  2. Hallo Romy,
    ich habe gerade Deine Seite von einer guten Bekannten empfohlen bekommen und bin absolut begeistert.
    Wir starten am Wochenende mit unserem Kleinen Münsterländer Sastor 😉 die Tour und zwar nach dem “Vorbild von Andrea!!!! Falls Sie das lesen sollte: Deine Seite durch Zufall im Internet entdeckt, für gut empfunden und nach Deinen Vorgaben die Tour geplant und Hütten gebucht. Sprich wir übernachten zunächst im Zeppichl in Pfelders und starten dann entspr. durch. Gerne gebe ich hinterher auch einen Reisebericht ab. Ursprünglich war eine Tour von München nach Meran geplant. Bei unserer Vortour in der Eifel stellten wir jedoch fest, dass unser Hund nicht so hitzebeständig ist und wir Angst um seine Gesundheit haben. So mit fangen wir mit der kleineren Variante an und schauen erstmal wie das klappt. Übrigens: ich würde Euch gerne die Internetseite von Petra Kochgruber empfehlen http://www.nurmut.ch !!!! Sie hat mir auch den Link von Romy geschickt.

    1. Hallo Ina,
      na das ist ja mal was – mit kleinem Münsterländer auf dem Meraner Höhenweg 😉 Besonders hitzebeständig ist diese Rasse wohl nicht. Unsere kleine Dame mag’s auch am liebsten richtig kalt – Wohlfühltemperatur so ca. -10 Grad. Ich wünsche Euch viel Spaß auf der Tour! Auf deine Erfahrungen mit Hund bin ich gespannt.
      Liebe Grüße
      Romy

    2. Liebe Ina, gerade lese ich deinen Kommentar und es freut mich riesig, dass du nach meinem “Vorbild” wanderst 😉 Ich hoffe, dass ihr genauso viel Freude an dem Meraner Höhenweg habt wie wir und dass euer Sastor gut durchhält! Die Seite von Petra Kochgruber kenne ich natürlich: Einfach toll, besonders die Berichte der Alpenüberquerung! Liebe Grüße von Andrea

  3. Hey Romy,
    Ich bin begeistert von deinen Erzählungen vom Meraner Höhenweg. Mich hat das Fernweh gepackt…

    Mit welchen Karten hast du deine Wanderung vorbereitet, und in welchem Monat hast du die Tour gelaufen??

    Mein Labrador Oscar und ich freuen uns auf deine Antwort.
    Liebe Grüße
    Ramona und Oscar

  4. Durch Zufall hier gelandet! Bin völlig begeistert und könnte sofort los! So ein toller Bericht, und das Video dazu ist auch klasse. Ich würde furchtbar gerne mit meinem Hund mal eine Etappenwanderung machen; leider ist mein Gatte eher etwas wanderunlustig. Es hilft nix, ich muss das mal alleine starten. Ich merke beim Lesen deines Berichtes/Blogs, dass ich diese Erfahrung in meinem Leben machen will.
    Gruß, Claudi

    1. Liebe Claudi,
      Du glaubst nicht, wie sehr mich dein Kommentar freut. Wenn ich so eine Lust auf eine Fernwanderung wecken konnte, weiß ich warum ich diesen Blog schreibe. Denn es gibt kaum was schöneres, als Fernwandern (mit Hund). Hab den Mut es zu machen! Und so richtig allein bist du zumindest auf den Hütten nie, im Gegenteil. Allein wandern, eröffnet ganz neue Perspektiven. Letztendlich ist das Leben auch zu kurz. Man muss sich seine Wünsche erfüllen.
      Liebe Grüße
      Romy

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